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Zeichnung

Eingangsseite von Goethes Gartenhaus in Weimar

1779 - 1780

Inventarnummer
GGz/1942
Inventarnummer
GGz/1942
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209815

Untersatz aus blauem Papier, Rahmenlinien mit Feder und Pinsel in Schwarz auf dem Untersatz; Bleistift, Feder in Grau und Braun, Pinsel in Grau und Braun (laviert), Aquarell

Aufgrund seines Motivs wird das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zugeordnet.

Goethes Gartenhaus ist von der rückseitig gelegenen Eingangsseite dargestellt. Die Hauswand ist von rankenden Pflanzen bewachsen. Links zeigt sich der Ansatz des Hangs, an dem der Garten gelegen ist, im Hintergrund ist ein Dickicht aus Büschen und Bäumen erkennbar.

Die Zeichnung ist mit Bleistift, Feder und Pinsel in Grau und Braun sehr sorgfältig ausgeführt, die Partie des Himmels ist blau aquarelliert. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und auf einen Untersatz aus blauem Papier montiert, auf den Rahmenlinien gezeichnet sind, die teilweise auf das Zeichenpapier übergehen. Einstichlöcher befinden sich links und rechts mittig in der Zeichnung. Auf dem Untersatz befindet sich unten rechts ein Provenienzvermerk und rückseitig unten rechts Federproben.

Das Grundstück am Rande der Ilmaue wurde 1776 von Herzog Carl August erworben und Goethe zum Geschenk gemacht. Im Mai desselben Jahres schrieb er an Auguste Louise Gräfin zu Stolberg-Stolberg: „Hab ein liebes Gärtgen vorm Thore an der Ilm schönen Wiesen in einem Thale. Ist ein altes Häusgen drinne, das ich mir repariren lasse.“ (Online-Edition: GB 3, Nr. 104, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR104_0 (Version vom 02.09.2024).) In der Zeichnung ist am hinteren Teil des Gebäudes der Altan erkennbar, der 1777 errichtet und 1795 wieder abgetragen wurde. Im Rahmen der Umgestaltungen wurde 1830 sternförmige Pflasterung im Eingangsbereich ergänzt (vgl. Güse/Oppel 2008, S. 21). Trotz der unmittelbaren Nähe zählt Goethes Garten(-haus) nicht zum historischen Teil des Herzoglichen Parks. Dennoch spielt es als Bezugspunkt von Sichtachsen eine Rolle und taucht daher im Hintergrund einiger Parkzeichnungen auf (GGz/0967, GGz/0965, GGz/1165). Maisak erkennt in der Zeichnung eine Neuerung im Duktus, sowie in der Gestaltung räumlicher Tiefe durch den Einsatz der Diagonale. Einen Vergleich biete dazu die Zeichnung von ‚Schloss Kochberg‘ (GGz/0957) (vgl. Maisak 1996, S. 102). Oppel bringt die Zeichnung motivisch auch mit jenen Zeichnungen aus den ersten zehn Weimarer Jahren in Verbindung, in denen er einfache, alltägliche Gegenstände wie Bauernhäuser und Hütten zeigt (vgl. Oppel, in: Ausst.-Kat. Madrid 2008, Nr. 6).


Provenienz

Vor 1830 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Luise Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1830) [1].

Vor 1925 | Erwerb durch Gerta Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1863-1945), Baden-Baden, Erwerbsart unbekannt [2].

1925 | Verkauf von Gerta Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1863-1945), Baden-Baden, an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [2].

Quellen zur Provenienz

[1] Bezeichnung auf dem Untersatz: „Handzeichnung von Goethe aus der Verlaßenschaft J. K. H. der Großherzogin Luise von S. Weimar“.

[2] GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 143, Nr. 135; Hecker 1926, S. 360: "Unter den Neuerwerbungen ist […] zu nennen […] eine leichtgetönte Handzeichnung Goethes, die sein Gartenhäuschen von hinten aus unmittelbarer Nähe mit dem Altan zeigt. Sie gehört dem Jahre 1777 und war ein Geschenk Goethes an die Herzogin Luise."

Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Auf dem Untersatzpapier ein Testat mit Tinte: "Handzeichnung von Goethe aus der Verlaßenschaft I. K. H. der Großherzogin Luise v. Sachsen-Weimar."

Auf dem Untersatzpapier ein Testat mit Tinte: "Handzeichnung von Goethe aus der Verlaßenschaft I. K. H. der Großherzogin Luise v. Sachsen-Weimar."

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