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Zeichnung

Flachlandschaft mit Windmühle (recto); Waldhütte (verso)

1780

Inventarnummer
GGz/1036
Inventarnummer
GGz/1036
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209798

Bleistift, Feder in Braun, Pinsel in Grau (laviert) (recto); schwarze Kreide (verso)

Die Vorderseite zeigt eine Landschaft, in der der Blick an einer Reihe kleiner Bäume vorbei, über flache Felder und einen Ententeich auf eine kleine Siedlung mit Windmühle im Mittelgrund links und schließlich auf eine kleine Stadt am Horizont geführt wird. Die Rückseite zeigt eine Hütte zwischen Felsen, im Hintergrund sind bewaldete Berghänge angedeutet.

Die Zeichnung ist vorderseitig mit Bleistift und Pinsel in Grau locker ausgeführt, die Häuser im Hintergrund links sind mit Feder in Braun akzentuiert. Oben links befinden sich Pinselproben. Die rückseitige Darstellung ist mit schwarzer Kreide skizziert. Das Blatt ist oben und rechts abgetrennt, unten und links befindet sich die Schöpfkante. Einstichlöcher befinden sich an allen Seiten mittig.

Femmel nimmt an, die Zeichnung sei nach einer bisher nicht identifizierten Vorlage entstanden (vgl. Corpus I, S. 79). Die ausgewogene Komposition und geschickte Verteilung von Licht und Schatten durch eine die grobe Lavierung lassen diese Vermutung aufkommen. Auffällig ist auch, dass das Motiv auf ein Bildfeld begrenzt ist und nicht das gesamte Blatt ausnutzt. Eine mögliche Vorlage wäre aufgrund des Landschaftstypus unter den niederländischen Zeichnungen und Grafiken zu vermuten, die Goethe mit besonderem Interesse kopierte. Die Pinselproben hingegen weisen auf den Charakter einer Studie. Es wäre auch vorstellbar, dass die Zeichnung unter Einfluss von Kraus entstanden ist (vgl. Ausst.-Kat. Madrid/Weimar 2008, S. 82), der für Goethe ein wichtiger Vermittler der Landschaftsmalerei und ihrer Techniken war (vgl. Maisak 1996, S. 20). Die Darstellung der Rückseite, wenngleich wesentlich skizzenhafter ausgeführt, füllt das gesamte Blatt und zeigt eine deutlich unterschiedliche Landschaftsart. Es handelt sich um eine Studie zu der Zeichnung einer ‚Waldhütte‘ (GGz/1250), die von Wahl mit der Schweiz und von Ruland mit dem Thüringer Wald in Verbindung gebracht wird. Die Datierung der Zeichnung basiert auf dem Wasserzeichen des Papiers, das von Goethe laut Wahl nur um 1780 verwendet wurde. Motivisch lassen die Zeichnungen der Vorder- und Rückseite mit den Landschaften in Verbindung bringen, die Bauernhäuser, Dörfer oder auch verfallene Hütten zeigen, die in zahlreichen Zeichnungen der ersten zehn Weimarer Jahre auftauchen. In einem Brief an den Maler Friedrich Müller vom 12. Juni 1780 schreibt Goethe über die Wahl dieser einfachen und alltäglichen Bildgegenstände (WA IV 4, S. 233-234 / Online-Edition: GB 4, Nr. 113, in: http://goethe-biographica.de/id/GB04_BR113_0 (Version vom 02.09.2024)).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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