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Zeichnung

Ruine der Burg Ehrenstein bei Remda (recto); Studienblatt mit einer Häusergruppe an einer Brücke (verso)

1777 - 1780

Inventarnummer
GGz/1184
Inventarnummer
GGz/1184
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209796

Schwarze Kreide, Pinsel in Grau (laviert) (recto); schwarze Kreide, Feder in Grau (verso)

Vorderseitig ist die Ruine der Burg Ehrenstein dargestellt, die von Westen aus einer Untersicht gesehen ist. Auf einer Hügelkuppe ist der rechteckige Bergfried gezeigt, der teilweise von den anschließenden Mauerresten verdeckt wird. Die Rückseite zeigt verschiedene Studien in unterschiedlicher Ausrichtung, darunter eine Häusergruppe an einer Steinbrücke mit zwei Bögen über einem Fluss, einen Karren und eine menschliche Figur.

Das Blatt ist links, rechts (unregelmäßig) und unten zugschnitten, oben befindet sich die Schöpfkante mit einer Fehlstelle. Auf der Vorderseite ist ein Lichtrand zu erkennen, der ein Bildfeld um das Ruinenmotiv bildet, das nicht bis an den Rand des Blattes ausgeführt ist. Am Rand dieses ‚Bildfeldes‘ sind an allen Seiten Einstichlöcher zu sehen.

Die in einer Randnotiz vorgeschlagene Identifizierung als Ruine der Burg Hassenstein, die Goethe in einer anderen Zeichnung (GGz/1047) mit wesentlich unterschiedlicher Bauform darstellt, wurde bereits von Femmel abgelehnt (vgl. Corpus I, S. 79). Es handelt sich vielmehr um die Ruine der Burg Ehrenstein, die Goethe in zwei weiteren Zeichnungen (GGz/1292, GGz/1183) abbildet. Die Schwierigkeit der Identifizierung ergibt sich durch die Darstellung der Ruine aus einer Untersicht und in perspektivischer Verkürzung, bei der die markante Silhouette des Baus nicht in Erscheinung tritt. Ein Aufenthalt in Ehrenstein ist im Tagebuch am 28. August 1777 dokumentiert (WA III 1, S. 44-45 / Online-Edition: GT I, (28.8.1777) (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0419 (Version vom 02.09.2024)).
Die Notiz auf der Rückseite, die die Identifizierung des dort gezeigten Gebäudes als Gasthaus ‚Grüne Tanne‘ in Jena an der Camsdorfer Brücke vorschlägt, erweist sich ebenfalls als unzutreffend. Bei der Brücke, die mit nur zwei Bögen den schmalen Fluss überspannt, kann es sich nicht um die Jenaer Brücke handeln, die in Goethes Zeichnung ‚Blick aus Goethes Wohnung in der 'Tanne' in Jena‘ (GGz/2345) oder der Zeichnung von Julie von Egloffstein (ID 203272) erscheint. Die Rückseite lässt sich jedoch dem Motivkreis von einfachen, alltäglichen Landschaften mit Bauernhäusern, Dörfern oder auch verfallenen Hütten zuordnen, die vor allem in den ersten zehn Weimarer Jahren entstanden.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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Goethe-Texte
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  • Schwarze Kreide, Pinsel in Grau (laviert) (recto); schwarze Kreide, Feder in Grau (verso)

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