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Zeichnung
Oberweimarer Landschaft mit Kirchturm (recto); Skizzen von einem Zweig und Blättern (verso)
1778
- Inventarnummer
- GGz/2172
- Inventarnummer
- GGz/2172
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209789
Kohle, teilweise gewischt (recto); Bleistift, Kohle gewischt (verso)
Aufgrund seines Motivs lässt sich das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zuordnen.
Die Vorderseite zeigt eine Landschaft mit einem bildparallel verlaufenden Fluss. Im Vordergrund rahmen zwei Bäume das Motiv, dazwischen ist am gegenüberliegenden Ufer ein dichtes Gebüsch zu sehen, hinter dem der Turm der Kirche in Oberweimar emporragt. Die Rückseite zeigt einen Zweig und einzelne Blätter.
Die Zeichnung ist vorderseitig mit teilweise gewischter Kohle ausgeführt, rückseitig mit Bleistift und gewischter Kohle. Das braune Papier weist oben eine horizontale Knickfalte auf. Das Blatt ist links und rechts zugeschnitten, unten abgetrennt und oben befindet sich die Schöpfkante. Ein Einstichloch befindet sich in der oberen rechten Ecke, in der oberen linken Ecke befinden sich drei.
Maisak sieht in der zarten, gewischten Zeichnung, die die Darstellung schemenhaft erscheinen lässt, eine „neue künstlerische Versiertheit“ (Maisak 1996, S. 94) und den Einfluss Adam Friedrich Oesers. Oeser, der in der Zeit von 1776 und 1785 eine enge Beziehung zum Weimarer Hof pflegte, fungierte ab 1778 auch als Berater für die Umgestaltung des Herzoglichen Parks. Zwar zählt Oberweimar nicht zum historischen Teil des Parks, die hier gezeigte Ansicht ergibt sich jedoch von einem Standpunkt aus dem Park mit Blick nach Nordosten (vgl. ebd.). Auch in anderen Parkdarstellungen spielt der Oberweimarer Kirchturm eine Rolle als Bezugspunkt von Sichtachsen. Die Turmspitze ist im Hintergrund zu erkennen, vor allem in den Ansichten von der Einsiedelei bzw. dem Borkenhäuschen von Georg Melchior Kraus (Gr-2007/251), Friedrich Preller d. Ä. (ID 353182), Carl August Schwerdgeburth (Gr-2006/3108.4) oder auch Eduard Lobe (Gr-2008/2517). Die Skizzen der Rückseite sind grob ausgeführt und stehen in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Darstellung der Vorderseite.
Möglicherweise handelt es sich bei der Zeichnung um das in einem Brief an Charlotte von Stein am 2. Januar 1779 erwähnte Werk: „Schicken Sie mit den leeren Rahm wo der geschnizte goldne Stab dran ist. Er passt auch über das Stückgen von Oberweimar“ (WA IV 4, S. 1 / Online-Edition: GB 3, Nr. 451, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR451_0 (Version vom 02.09.2024)).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Die Vorderseite zeigt eine Landschaft mit einem bildparallel verlaufenden Fluss. Im Vordergrund rahmen zwei Bäume das Motiv, dazwischen ist am gegenüberliegenden Ufer ein dichtes Gebüsch zu sehen, hinter dem der Turm der Kirche in Oberweimar emporragt. Die Rückseite zeigt einen Zweig und einzelne Blätter.
Die Zeichnung ist vorderseitig mit teilweise gewischter Kohle ausgeführt, rückseitig mit Bleistift und gewischter Kohle. Das braune Papier weist oben eine horizontale Knickfalte auf. Das Blatt ist links und rechts zugeschnitten, unten abgetrennt und oben befindet sich die Schöpfkante. Ein Einstichloch befindet sich in der oberen rechten Ecke, in der oberen linken Ecke befinden sich drei.
Maisak sieht in der zarten, gewischten Zeichnung, die die Darstellung schemenhaft erscheinen lässt, eine „neue künstlerische Versiertheit“ (Maisak 1996, S. 94) und den Einfluss Adam Friedrich Oesers. Oeser, der in der Zeit von 1776 und 1785 eine enge Beziehung zum Weimarer Hof pflegte, fungierte ab 1778 auch als Berater für die Umgestaltung des Herzoglichen Parks. Zwar zählt Oberweimar nicht zum historischen Teil des Parks, die hier gezeigte Ansicht ergibt sich jedoch von einem Standpunkt aus dem Park mit Blick nach Nordosten (vgl. ebd.). Auch in anderen Parkdarstellungen spielt der Oberweimarer Kirchturm eine Rolle als Bezugspunkt von Sichtachsen. Die Turmspitze ist im Hintergrund zu erkennen, vor allem in den Ansichten von der Einsiedelei bzw. dem Borkenhäuschen von Georg Melchior Kraus (Gr-2007/251), Friedrich Preller d. Ä. (ID 353182), Carl August Schwerdgeburth (Gr-2006/3108.4) oder auch Eduard Lobe (Gr-2008/2517). Die Skizzen der Rückseite sind grob ausgeführt und stehen in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Darstellung der Vorderseite.
Möglicherweise handelt es sich bei der Zeichnung um das in einem Brief an Charlotte von Stein am 2. Januar 1779 erwähnte Werk: „Schicken Sie mit den leeren Rahm wo der geschnizte goldne Stab dran ist. Er passt auch über das Stückgen von Oberweimar“ (WA IV 4, S. 1 / Online-Edition: GB 3, Nr. 451, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR451_0 (Version vom 02.09.2024)).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
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