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Zeichnung
Floßbrücke im Weimarer Park (recto); Die Frankenberger Kirche St. Peter und Paul und der Papenturm in Goslar (verso)
1777 - 1778
- Inventarnummer
- GGz/0967
- Inventarnummer
- GGz/0967
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209779
Kohle (recto); Bleistft, Pinsel in Grau (laviert) (verso)
Kohle (recto); Bleistift, Pinsel in Grau (laviert) (verso)
Aufgrund seines Motivs wird das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zugeordnet.
Auf der Vorderseite verläuft die Ilm vom Vorder- in den Hintergrund in einem Bogen, an den Ufern sind einzelne, kahle Bäume zu erkennen. Rechts befindet sich ein Wehr und die Floßbrücke. Links im Vordergrund ist ein kleines Gebäude erkennbar. Es bietet sich ein Ausblick über die Ilmaue auf Goethes Gartenhaus, das vor einer Hügelkette im Hintergrund erkennbar ist. Die Rückseite zeigt eine Kirche mit Doppelturmfassade, mit einigen kahlen Bäumen und einem Rundturm.
Die Zeichnung ist vorderseitig mit Kohle skizzenhaft ausgeführt und rückseitig mit Bleistift und grauer Lavierung. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist oben und unten mittig Einstichlöcher auf.
Die Vorderseite zeigt eine ähnliche Ansicht wie die Zeichnung ‚Floßbrücke im Weimarer Park‘ (GGz/0965), ist jedoch skizzenhafter ausgeführt und zeigt einen größeren Bildausschnitt. Die Floßbrücke ist hier ebenfalls mit Tor und ohne Geländer dargestellt, das in der Radierung von Kraus von 1778 (KGr/03150), sowie in Goethes Zeichnung ‚Luisenkloster, Einsiedelei und Floßbrücke im Weimarer Park‘ (GGz/1939) bereits zu sehen ist. Eine Datierung in den Winter 1777/78 ist daher plausibel (vgl. Corpus I, S. 75). Bei dem kleinen Gebäude links im Vordergrund handelt es sich wahrscheinlich um einen Pavillon beim ‚Stern‘, der bisher nicht bildlich überliefert, sondern nur auf Parkplänen dokumentiert ist. Die skizzenhafte Ausführung der Rückseite, die kaum Details erkennen lässt, erschwert die Lokalisierung der Darstellung. Femmel nimmt an, dass es sich um die Frankenberger Kirche St. Peter und Paul in Goslar handelt (vgl. Corpus I, S. 75). Auch Oswald folgt dieser Vermutung, da die Kirche, deren Doppelturmfassade aufgrund von Baufälligkeit von 1784 bis 1786 abgerissen wurde, bei der Harzreise im Dezember 1777 aber noch von Goethe in ihrer romanischen Form gesehen werden konnte. Die Doppelturmanlage wurde später durch einen einzelnen Turm mit barocker Laterne ersetzt (Oswald, in: Ausst.-Kat. Wernigerode 1999, S. 104-105). Die Darstellung der Kirche in dem Kupferstich ‚Goslaria‘ (Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel) von Matthäus Merian zeigt Übereinstimmungen der Türme und Turmhelme vor dem Umbau. Bei dem Rundturm im Vordergrund handelt es sich dementsprechend um den Papenturm, der ehemals Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war und von dem nur noch die Grundmauern erhalten sind. Die Kirchtürme erscheinen erneut in Goethes Zeichnung ‚Brocken im Mondlicht (recto); Die Türme Die Frankenberger Kirche in Goslar (verso)‘ (GGz/0964), die während derselben Harzreise entstand.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Auf der Vorderseite verläuft die Ilm vom Vorder- in den Hintergrund in einem Bogen, an den Ufern sind einzelne, kahle Bäume zu erkennen. Rechts befindet sich ein Wehr und die Floßbrücke. Links im Vordergrund ist ein kleines Gebäude erkennbar. Es bietet sich ein Ausblick über die Ilmaue auf Goethes Gartenhaus, das vor einer Hügelkette im Hintergrund erkennbar ist. Die Rückseite zeigt eine Kirche mit Doppelturmfassade, mit einigen kahlen Bäumen und einem Rundturm.
Die Zeichnung ist vorderseitig mit Kohle skizzenhaft ausgeführt und rückseitig mit Bleistift und grauer Lavierung. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist oben und unten mittig Einstichlöcher auf.
Die Vorderseite zeigt eine ähnliche Ansicht wie die Zeichnung ‚Floßbrücke im Weimarer Park‘ (GGz/0965), ist jedoch skizzenhafter ausgeführt und zeigt einen größeren Bildausschnitt. Die Floßbrücke ist hier ebenfalls mit Tor und ohne Geländer dargestellt, das in der Radierung von Kraus von 1778 (KGr/03150), sowie in Goethes Zeichnung ‚Luisenkloster, Einsiedelei und Floßbrücke im Weimarer Park‘ (GGz/1939) bereits zu sehen ist. Eine Datierung in den Winter 1777/78 ist daher plausibel (vgl. Corpus I, S. 75). Bei dem kleinen Gebäude links im Vordergrund handelt es sich wahrscheinlich um einen Pavillon beim ‚Stern‘, der bisher nicht bildlich überliefert, sondern nur auf Parkplänen dokumentiert ist. Die skizzenhafte Ausführung der Rückseite, die kaum Details erkennen lässt, erschwert die Lokalisierung der Darstellung. Femmel nimmt an, dass es sich um die Frankenberger Kirche St. Peter und Paul in Goslar handelt (vgl. Corpus I, S. 75). Auch Oswald folgt dieser Vermutung, da die Kirche, deren Doppelturmfassade aufgrund von Baufälligkeit von 1784 bis 1786 abgerissen wurde, bei der Harzreise im Dezember 1777 aber noch von Goethe in ihrer romanischen Form gesehen werden konnte. Die Doppelturmanlage wurde später durch einen einzelnen Turm mit barocker Laterne ersetzt (Oswald, in: Ausst.-Kat. Wernigerode 1999, S. 104-105). Die Darstellung der Kirche in dem Kupferstich ‚Goslaria‘ (Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel) von Matthäus Merian zeigt Übereinstimmungen der Türme und Turmhelme vor dem Umbau. Bei dem Rundturm im Vordergrund handelt es sich dementsprechend um den Papenturm, der ehemals Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war und von dem nur noch die Grundmauern erhalten sind. Die Kirchtürme erscheinen erneut in Goethes Zeichnung ‚Brocken im Mondlicht (recto); Die Türme Die Frankenberger Kirche in Goslar (verso)‘ (GGz/0964), die während derselben Harzreise entstand.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
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