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Zeichnung
Bauernhäuser vor bewaldetem Bergrücken (recto); Baumannshöhle (verso)
1777
- Inventarnummer
- GGz/0961
- Inventarnummer
- GGz/0961
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209771
Blaues Papier; Kohle (recto); Kohle, weiße Kreide (verso)
Die Zeichnung entstand während Goethes erster Harzreise im Winter 1777.
Die Vorderseite zeigt eine Gruppe ländlicher Gebäude mit Gartenzäunen vor einem bewaldeten Berghang. Die Rückseite zeigt den Eingang einer Höhle, das Höhleninnere ist durch eine grobe Schraffur verschattet.
Die Zeichnung ist vorderseitig mit Kohle und rückseitig mit schwarzer und weißer Kreide auf blauem Papier skizzenhaft ausgeführt. Das Papier ist an drei Seiten beschnitten, am oberen Rand befindet sich die Schöpfkante und ein Lichtrand. Einstichlöcher finden sich unten, links und rechts mittig.
Femmel vermutet, dass es sich bei dem Motiv der Rückseite um den Eingang zur Baumannshöhle im Harz oder zur Höhle der Weißenburg handelt (vgl. Corpus I, S. 73-74). In den Tagebüchern und Briefen wird der Besuch und das Zeichnen verschiedener Höhlen erwähnt, die im Zusammenhang mit Goethes geologischem Interesse stehen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei der vorliegenden Darstellung um die Baumannshöhle handelt. Die markante pyramidale Form der Höhlenöffnung ist auch in der Zeichnung von Georg Melchior Kraus ‚Eingang der Baumannshöhle‘ (KHz/AK2406) zu erkennen. Zudem lässt sich die Zeichnung Goethes vom ‚'Hamburger Wappen' in der Baumannshöhle‘ (GGz/0960) eindeutig der Baumannshöhle zuordnen und weist das gleiche Wasserzeichen auf. Ein gemeinsamer Entstehungskontext ist daher annehmbar und lässt sich auf das Motiv der Vorderseite übertragen. Bei der dargestellten Ortschaft vor einer bewaldeten Bergkette könnte es sich folglich um einen Ort nahe der Baumannshöhle handeln, in dem Goethe sich während seiner Reisen aufhielt, wie beispielsweise Rübeland oder Elbingerode.
Während seiner ersten Harzreise gelangte Goethe am 1. Dezember 1777 nach Elbingerode und suchte noch am selben Tag die Baumannshöhle auf: „Nach Tische in die Baumannshöle“ (WA III 1, S. 55 / Online-Edition: GT I, 1.12.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0485 (Version vom 02.09.2024)). Die Faszination für die zu jener Zeit einzige bekannte Tropfsteinhöhle Deutschlands spiegelt sich in seinem Tagebucheintrag vom Folgetag, demzufolge er „Den ganzen Tag in der Baumanshöle“ verbrachte. (WA III 1, S. 55 / Online-Edition: GT I, 2.12.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0486 (Version vom 02.09.2024)). In einem Brief an Charlotte von Stein vom selben Tag kommt seine Begeisterung für die Natureindrücke zum Ausdruck und er schreibt: „Ich zeichne wieder den ganzen Tag und werde doch nichts mitbringen, wie gewöhnlich.“ (WA IV 3, S. 189-192 / Online-Edition: GB 3, Nr. 309, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR309_0 (Version vom 02.09.2024)). Auch auf seiner zweiten und dritten Harzreise (1783 und 1784) suchte Goethe die Baumannshöhle erneut auf (vgl. Bürger 1932, S. 68).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Die Vorderseite zeigt eine Gruppe ländlicher Gebäude mit Gartenzäunen vor einem bewaldeten Berghang. Die Rückseite zeigt den Eingang einer Höhle, das Höhleninnere ist durch eine grobe Schraffur verschattet.
Die Zeichnung ist vorderseitig mit Kohle und rückseitig mit schwarzer und weißer Kreide auf blauem Papier skizzenhaft ausgeführt. Das Papier ist an drei Seiten beschnitten, am oberen Rand befindet sich die Schöpfkante und ein Lichtrand. Einstichlöcher finden sich unten, links und rechts mittig.
Femmel vermutet, dass es sich bei dem Motiv der Rückseite um den Eingang zur Baumannshöhle im Harz oder zur Höhle der Weißenburg handelt (vgl. Corpus I, S. 73-74). In den Tagebüchern und Briefen wird der Besuch und das Zeichnen verschiedener Höhlen erwähnt, die im Zusammenhang mit Goethes geologischem Interesse stehen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei der vorliegenden Darstellung um die Baumannshöhle handelt. Die markante pyramidale Form der Höhlenöffnung ist auch in der Zeichnung von Georg Melchior Kraus ‚Eingang der Baumannshöhle‘ (KHz/AK2406) zu erkennen. Zudem lässt sich die Zeichnung Goethes vom ‚'Hamburger Wappen' in der Baumannshöhle‘ (GGz/0960) eindeutig der Baumannshöhle zuordnen und weist das gleiche Wasserzeichen auf. Ein gemeinsamer Entstehungskontext ist daher annehmbar und lässt sich auf das Motiv der Vorderseite übertragen. Bei der dargestellten Ortschaft vor einer bewaldeten Bergkette könnte es sich folglich um einen Ort nahe der Baumannshöhle handeln, in dem Goethe sich während seiner Reisen aufhielt, wie beispielsweise Rübeland oder Elbingerode.
Während seiner ersten Harzreise gelangte Goethe am 1. Dezember 1777 nach Elbingerode und suchte noch am selben Tag die Baumannshöhle auf: „Nach Tische in die Baumannshöle“ (WA III 1, S. 55 / Online-Edition: GT I, 1.12.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0485 (Version vom 02.09.2024)). Die Faszination für die zu jener Zeit einzige bekannte Tropfsteinhöhle Deutschlands spiegelt sich in seinem Tagebucheintrag vom Folgetag, demzufolge er „Den ganzen Tag in der Baumanshöle“ verbrachte. (WA III 1, S. 55 / Online-Edition: GT I, 2.12.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0486 (Version vom 02.09.2024)). In einem Brief an Charlotte von Stein vom selben Tag kommt seine Begeisterung für die Natureindrücke zum Ausdruck und er schreibt: „Ich zeichne wieder den ganzen Tag und werde doch nichts mitbringen, wie gewöhnlich.“ (WA IV 3, S. 189-192 / Online-Edition: GB 3, Nr. 309, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR309_0 (Version vom 02.09.2024)). Auch auf seiner zweiten und dritten Harzreise (1783 und 1784) suchte Goethe die Baumannshöhle erneut auf (vgl. Bürger 1932, S. 68).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
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