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Zeichnung
Wartburg von Nordosten
1777
- Inventarnummer
- GGz/1929
- Inventarnummer
- GGz/1929
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209766
Bleistift, Pinsel in Grau (laviert)
Die Zeichnung gehört zu einer kleinen Gruppe, die sich der Wartburg widmet.
In einer Untersicht ist die Wartburg mit der angrenzenden Mauer von Nordosten dargestellt. Die Burg selbst erhebt sich auf ihrem Felsplateau über die bewaldete Hügellandschaft.
Das Papier wurde rechts und unten beschnitten, oben und links sind die Schöpfkanten zu erkennen. Das Blatt weist an allen Seiten mittig und in allen Ecken Einstichlöcher auf. Oben und links ist ein Lichtrand erkennbar. Eine ehemalige Montierung hat an den oberen Ecken der Rückseite Beschädigungen hinterlassen.
In seiner Funktion als Hofbeamter reiste Goethe 1777 in Begleitung von Herzog Carl-August in die Nähe von Eisenach, wobei sie auf der Wartburg unterkamen. Petra Maisak beschreibt, dass Goethe – zu dieser Zeit unter Zahnschmerzen leidend – sich hier von der höfischen Gesellschaft zurückziehen konnte und besonderen Gefallen an der malerischen Erscheinung der Burg fand. Das Zeichnen war ihm dabei auch Mittel der Besinnung und Kontemplation (vgl. Maisak 1996, S. 86).
Aus Goethes Tagebüchern und Briefen geht hervor, wie präsent das Zeichnen für ihn bei diesem Aufenthalt war. So notiert er beispielsweise am 14. September „Gezeichnet, in mir gelebt.“ (WA III 1, S. 47 / Online-Edition: GT I, 14.9.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0436 (Version vom 02.09.2024)). Dass die Bildproduktion dabei nicht immer zielgerichtet war, verdeutlicht Goethes Feststellung „in meinem Diarium steht offt: Ich habe gezeichnet, und es will sich immer nichts finden was ich gezeichnet habe, außer den Paar Dingen die Sie haben.“ (Brief an C. v. Stein vom 16. September 1777, WA IV 3, S. 178 / Online-Edition: GB 3, Nr. 289, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR289_0 (Version vom 02.09.2024)).
Provenienz
1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].
1885 | Erbschaft von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an die Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck [2].
Februar 1929 | Verkauf von Walther Vulpius (1860-1944) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].
Quellen zur Provenienz
[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: „Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...].“
[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883, und dessen Präzisierung vom 10. März 1885: „die von Goetheschen (großväterlichen) Sammlungen: die Übergabe einerseits und Besitzergreifung andererseits, hat nur durch Aushändigung und Empfangnahme der betreffenden Schlüssel, seither in den Händen der verwittweten Frau Direktorin Schuchardt statt zu finden!“. Da die im Testament erwähnten Schlüssel aus der Verwaltung Schuchardts nicht die Schlüssel zur Wohnung Walther von Goethes in der Mansarde des Goethehauses einschlossen, fielen damit die dort befindlichen Gegenstände nicht dem Großherzogtum, sondern in der Erbfolge von August von Goethe und seiner Gattin Ottilie (geb. Pogwisch) den Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck zu.
[3] Sammlerstempel „Dr. W. Vulpius“; Vgl. Wahl 1929, S. 318; Erwerb von 33 Goethezeichnungen von Walther Vulpius die in zwei Einträgen im GNM-Neuerwerbungsbuch verzeichnet sind, dabei ist unklar, welchem der beiden Einträge die Zeichnungen jeweils zuzuordnen sind: GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 188, Nr. 59: „Vier Handzeichnungen Goethes“; GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 189, Nr. 68: „29 Goethesche Handzeichnungen aus dem Besitze der Familie Vulpius-Weimar.“
Mira Claire Zadrozny, 2025-10-07
In einer Untersicht ist die Wartburg mit der angrenzenden Mauer von Nordosten dargestellt. Die Burg selbst erhebt sich auf ihrem Felsplateau über die bewaldete Hügellandschaft.
Das Papier wurde rechts und unten beschnitten, oben und links sind die Schöpfkanten zu erkennen. Das Blatt weist an allen Seiten mittig und in allen Ecken Einstichlöcher auf. Oben und links ist ein Lichtrand erkennbar. Eine ehemalige Montierung hat an den oberen Ecken der Rückseite Beschädigungen hinterlassen.
In seiner Funktion als Hofbeamter reiste Goethe 1777 in Begleitung von Herzog Carl-August in die Nähe von Eisenach, wobei sie auf der Wartburg unterkamen. Petra Maisak beschreibt, dass Goethe – zu dieser Zeit unter Zahnschmerzen leidend – sich hier von der höfischen Gesellschaft zurückziehen konnte und besonderen Gefallen an der malerischen Erscheinung der Burg fand. Das Zeichnen war ihm dabei auch Mittel der Besinnung und Kontemplation (vgl. Maisak 1996, S. 86).
Aus Goethes Tagebüchern und Briefen geht hervor, wie präsent das Zeichnen für ihn bei diesem Aufenthalt war. So notiert er beispielsweise am 14. September „Gezeichnet, in mir gelebt.“ (WA III 1, S. 47 / Online-Edition: GT I, 14.9.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0436 (Version vom 02.09.2024)). Dass die Bildproduktion dabei nicht immer zielgerichtet war, verdeutlicht Goethes Feststellung „in meinem Diarium steht offt: Ich habe gezeichnet, und es will sich immer nichts finden was ich gezeichnet habe, außer den Paar Dingen die Sie haben.“ (Brief an C. v. Stein vom 16. September 1777, WA IV 3, S. 178 / Online-Edition: GB 3, Nr. 289, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR289_0 (Version vom 02.09.2024)).
Provenienz
1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].
1885 | Erbschaft von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an die Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck [2].
Februar 1929 | Verkauf von Walther Vulpius (1860-1944) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].
Quellen zur Provenienz
[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: „Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...].“
[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883, und dessen Präzisierung vom 10. März 1885: „die von Goetheschen (großväterlichen) Sammlungen: die Übergabe einerseits und Besitzergreifung andererseits, hat nur durch Aushändigung und Empfangnahme der betreffenden Schlüssel, seither in den Händen der verwittweten Frau Direktorin Schuchardt statt zu finden!“. Da die im Testament erwähnten Schlüssel aus der Verwaltung Schuchardts nicht die Schlüssel zur Wohnung Walther von Goethes in der Mansarde des Goethehauses einschlossen, fielen damit die dort befindlichen Gegenstände nicht dem Großherzogtum, sondern in der Erbfolge von August von Goethe und seiner Gattin Ottilie (geb. Pogwisch) den Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck zu.
[3] Sammlerstempel „Dr. W. Vulpius“; Vgl. Wahl 1929, S. 318; Erwerb von 33 Goethezeichnungen von Walther Vulpius die in zwei Einträgen im GNM-Neuerwerbungsbuch verzeichnet sind, dabei ist unklar, welchem der beiden Einträge die Zeichnungen jeweils zuzuordnen sind: GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 188, Nr. 59: „Vier Handzeichnungen Goethes“; GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 189, Nr. 68: „29 Goethesche Handzeichnungen aus dem Besitze der Familie Vulpius-Weimar.“
Mira Claire Zadrozny, 2025-10-07
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