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Zeichnung
Manebacher Grund bei Ilmenau
1777
- Inventarnummer
- GGz/0113
- Inventarnummer
- GGz/0113
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209749
Bleistift, Pinsel in Grau (teilweise laviert)
Von einem erhöhten Standpunkt mit Blick nach Südwesten ist der Manebacher Grund gezeigt. Die Ortschaft, bestehend aus einer Gruppe von Häusern, befindet sich in einemzwischen bewaldeten Bergen gelegenen Tal durch das sich die Ilm windet. Im Mittelgrund links ist der Kammerberg erkennbar. Der Himmel ist von Wolken überzogen.
Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist in den unteren Ecken Einstichlöcher auf, links dabei dreifach.
Aufgrund der eigenhändigen Bezeichnung auf der Rückseite „Martinroda d. 30 Aug / 77“ wurde das Blatt zunächst für eine Darstellung des Tals bei Martinroda gehalten. Mit Bezug auf die geographischen Gegebenheiten und Tagebucheinträge konnte Voigt aufzeigen, dass Goethe bei der Beschriftung ein Fehler bei der Lokalisierung unterlaufen war und es sich vielmehr um das Tal bei Manebach handeln müsse (vgl. Voigt 1912, S. 214-216). Am 29. August 1777 notiert Goethe im Tagebuch seinen Weg über Martinroda nach Manebach, wo er abends gezeichnet habe (WA III 1, S. 45 / Online-Edition: GT I, 29.8.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0420 (Version vom 02.09.2024)). Im Brief an Charlotte von Stein berichtet er am 29. von Schwierigkeiten beim Zeichnen, kann jedoch am 31. verkünden ihr eine am Vortag entstandene Zeichnung schicken zu wollen: „d. 29. Abends August 77. Manebach beym Cantor. Zwischen Gebürg und Fichtenwald hab ich heut Abend gesessen und zeichnen wollen, aber es ging nicht. […] Sonntag d. 31. Ilmenau. Ich schicke Ihnen was ich d. 30. Früh in des Cantors Gärtgen gezeichnet habe. Wunder dacht ich was ich alles fertigen wollte, und nun ist das alles.“ (WA IV 3, S. 169-170 / Online-Edition: GB 3, Nr. 284, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR284_0 (Version vom 02.09.2024)). Die eigenhändige Datierung steht also im Einklang mit der Erwähnung im Brief, sowie mit dem Tagebucheintrag vom 30. August: „früh gezeichnet“ (WA III 1, S. 45 / Online-Edition: GT I, 30.8.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0421 (Version vom 02.09.2024)).
Die Landschaft bei Ilmenau hatte Goethe bereits im Jahr zuvor begeistert und wurde von ihm mehrfach gezeichnet als er sich mit Herzog Carl August vom 18. Juli bis zum 14. August 1776 auf einer Reise zur Wiederbelebung des Bergbaus befand (vgl. Müller, in: Ausst.-Kat. Weimar 2007. S. 93-94). Vergleichbare Kompositionen sind in den Zeichnungen vom ‚Stützerbacher Grund‘ (GGz/1930 und GGz/0114) sowie der ‚Dampfenden Täler bei Ilmenau‘ (GGz/0115) zu sehen.
Femmel gibt irrtümlich an, die Zeichnung stamme aus dem Nachlass Charlotte von Steins und sei im Rahmen der Schenkung ihrer Urenkelin Toska von Kamptz 1892 in den Bestand des Goethe-Nationalmuseums gelangt, wofür es jedoch keinen eindeutigen Beleg gibt. Das Blatt ist durch den Stempel als Teil der Stiftung der Familien Graf Leo Henckel von Donnersmarck und Dr. Felix Vulpius 1885 ausgewiesen.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist in den unteren Ecken Einstichlöcher auf, links dabei dreifach.
Aufgrund der eigenhändigen Bezeichnung auf der Rückseite „Martinroda d. 30 Aug / 77“ wurde das Blatt zunächst für eine Darstellung des Tals bei Martinroda gehalten. Mit Bezug auf die geographischen Gegebenheiten und Tagebucheinträge konnte Voigt aufzeigen, dass Goethe bei der Beschriftung ein Fehler bei der Lokalisierung unterlaufen war und es sich vielmehr um das Tal bei Manebach handeln müsse (vgl. Voigt 1912, S. 214-216). Am 29. August 1777 notiert Goethe im Tagebuch seinen Weg über Martinroda nach Manebach, wo er abends gezeichnet habe (WA III 1, S. 45 / Online-Edition: GT I, 29.8.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0420 (Version vom 02.09.2024)). Im Brief an Charlotte von Stein berichtet er am 29. von Schwierigkeiten beim Zeichnen, kann jedoch am 31. verkünden ihr eine am Vortag entstandene Zeichnung schicken zu wollen: „d. 29. Abends August 77. Manebach beym Cantor. Zwischen Gebürg und Fichtenwald hab ich heut Abend gesessen und zeichnen wollen, aber es ging nicht. […] Sonntag d. 31. Ilmenau. Ich schicke Ihnen was ich d. 30. Früh in des Cantors Gärtgen gezeichnet habe. Wunder dacht ich was ich alles fertigen wollte, und nun ist das alles.“ (WA IV 3, S. 169-170 / Online-Edition: GB 3, Nr. 284, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR284_0 (Version vom 02.09.2024)). Die eigenhändige Datierung steht also im Einklang mit der Erwähnung im Brief, sowie mit dem Tagebucheintrag vom 30. August: „früh gezeichnet“ (WA III 1, S. 45 / Online-Edition: GT I, 30.8.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0421 (Version vom 02.09.2024)).
Die Landschaft bei Ilmenau hatte Goethe bereits im Jahr zuvor begeistert und wurde von ihm mehrfach gezeichnet als er sich mit Herzog Carl August vom 18. Juli bis zum 14. August 1776 auf einer Reise zur Wiederbelebung des Bergbaus befand (vgl. Müller, in: Ausst.-Kat. Weimar 2007. S. 93-94). Vergleichbare Kompositionen sind in den Zeichnungen vom ‚Stützerbacher Grund‘ (GGz/1930 und GGz/0114) sowie der ‚Dampfenden Täler bei Ilmenau‘ (GGz/0115) zu sehen.
Femmel gibt irrtümlich an, die Zeichnung stamme aus dem Nachlass Charlotte von Steins und sei im Rahmen der Schenkung ihrer Urenkelin Toska von Kamptz 1892 in den Bestand des Goethe-Nationalmuseums gelangt, wofür es jedoch keinen eindeutigen Beleg gibt. Das Blatt ist durch den Stempel als Teil der Stiftung der Familien Graf Leo Henckel von Donnersmarck und Dr. Felix Vulpius 1885 ausgewiesen.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung
Rückseite Stemoel "GOETHE-NATIONAL-MUSEM WEIMAR"; "STIFTUNG GRAF HENCKEL v. D. u. Dr. F. VULPIUS"
Rückseite Stemoel "GOETHE-NATIONAL-MUSEM WEIMAR"; "STIFTUNG GRAF HENCKEL v. D. u. Dr. F. VULPIUS"
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