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Zeichnung

Thüringisches Bauerngehöft

1777

Inventarnummer
GGz/1341
Inventarnummer
GGz/1341
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209731

Graues Papier; Bleistift, weiße Kreide, Feder in Braun, Pinsel in Braun (laviert), Rahmenlinie mit Feder in Schwarz (teilweise verschnitten)

Gezeigt ist ein strohgedecktes Gebäude umgeben von einem Gartenzaun und Bäumen.

Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten, eine Rahmenlinie ist nur noch teilweise erkennbar. Ein früherer Untersatz mit einem Goldstreifen zur Rahmung der Darstellung und der Bildunterschrift „Goethe“ sind nicht mehr erhalten.

Während die Entstehung der Zeichnung auf das Jahr 1777 datiert wird, erfuhr das Blatt um 1820 eine Überarbeitung mit Feder in Dunkelbraun. Ob das Blatt von Karl Lieber oder unter dessen Anleitung von Goethe selbst überarbeitet wurde, ist dabei unklar (vgl. Ausst.-Kat. Madrid/Weimar 2008, S. 80). Dem ursprünglichen Eindruck der Zeichnung bietet Goethes Radierung (GGz/1342) einen Anhaltspunkt, die sich die Zeichnung als Vorlage nimmt. Motivische Unterschiede zeigen sich hier beispielsweise an der sitzenden Figur im Vordergrund. Trotz der Überarbeitung bleiben in der Zeichnung Unklarheiten in der räumlichen Gestaltung bestehen, wie sie auch die Druckgrafik aufweist.

Goethes Landschaftszeichnungen bezeugen seine Auseinandersetzung mit der niederländischen Kunst. Insbesondere die Werke Allaert van Everdingens stellen für Goethe einen wichtigen Bezugspunkt in der Wahl seiner Motive dar, über die er in einem Brief vom 12. Juni 1780 an Friedrich Müller schreibt: „Ich meine verfallne Hütten, Höfgen, Strohdächer, Gebälke und Schweinställe. Man ist in glücklichen Stunden oft an solchen Gegenständen vorbeigegangen, findet sie zur Nachahmung immer bereit da stehen, und da man gerne von der Welt und den Prachthäusern in das Niedrige flieht, so knüpft man nach und nach so viel Ideen auf solche Gegenstände, daß sie sogar zaubrischer als das Edle selbst werden. Ich glaube, dass es den Niederländern in ihrer Kunst so gegangen ist.“ (WA IV 4, S. 234 / Online-Edition: GB 4, Nr. 113, in: http://goethe-biographica.de/id/GB04_BR113_0 (Version vom 02.09.2024)).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Goldrändchen und Papprähmchen, auf diesem kalligraphisch: "Goethe"

Goldrändchen und Papprähmchen, auf diesem kalligraphisch: "Goethe"

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