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Radierung

Brandstätte

1776 - 1777

Inventarnummer
GGz/2226
Inventarnummer
GGz/2226
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209727
Die Radierung gehört zu den wenigen eigenhändigen druckgrafischen Werken Goethes.

Gezeigt sind die Überreste eines durch Brand zerstörten Gebäudes, dessen Fachwerkkonstruktion und Dachstuhl teilweise freigelegt sind. Die Darstellung basiert auf einer Zeichnung Goethes (GGz/1286), wobei in der Radierung zur Erhöhung der Dramaturgie der Bildausschnitt enger gefasst und der Helldunkelkontrast verstärkt ist (vgl. Maisak 1998, S. 73).

Das Blatt ist an allen Seiten beschnitten. Links und rechts finden sich im unteren Drittel des Blatts Einstichlöcher. Auf der Rückseite ist mit Bleistift „Goethe 1776 nach der Natur / unmittelbar geätzt. 10. Dec: 90 / erhalten.“ vermerkt und der Stempel der Herzoglichen Bibliothek Gotha erkennbar.

In den frühen Weimarer Jahren erlebte Goethe eine Reihe von Brandfällen, zu denen er als Begleiter oder Vertreter des Herzogs reisen musste. In den Tagebüchern der Jahre 1776 bis 1780 werden siebzehn Brandfälle erwähnt, wobei sich die Darstellung nicht sicher einem dieser Brände zuordnen lässt.

Im Tagebuch finden die ‚Feuerzeichnungen‘ am 2. Juni 1776 Erwähnung (WA III 1, S. 13 / Online-Edition: GT I, 2.6.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0059 (Version vom 02.09.2024)), die wohl aus den Eindrücken vom Brand in Utenbach am Tag zuvor entstanden (WA III 1, S. 13 / Online-Edition: GT I, 1.6.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0058 (Version vom 02.09.2024)). Über die verheerende Zerstörung wird in der Kirchenchronik berichtet (vgl. Hebel 1960, S. 89). Die Zeichnungen GGz/1286 und KK 1325 könnten in diesem Zusammenhang entstanden sein. Aus dem Brief an Charlotte von Stein vom 3. Juni erliest sich, dass die ‚Feuerzeichnungen‘ in ihrem Haus, in dem Goethe in der Brandnacht übernachtete, verblieben seien (WA IV 3, S. 73 / Online-Edition: GB 3, Nr. 122, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR122_0 (Version vom 02.09.2024); WA IV 3, S. 76 / Online-Edition: GB 3, Nr. 125, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR125_0 (Version vom 02.09.2024)).

Es ist anzunehmen, dass die Radierung zeitgleich mit dem ‚Thüringischen Bauerngehöft‘ (GGz/1342) 1777 entstand und in Zusammenhang steht mit den letzten Erwähnungen einer eigenständigen druckgrafischen Betätigung in den Tagebüchern und Briefen (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt (Main) 1998, S. 291; WA III 1, S. 40; WA IV 3, S. 158).

Der Aufbewahrungsort der Platte ist unbekannt. Das Weimarer Exemplar ist der einzig bekannte Abzug der Grafik.


Provenienz

10.12.1790 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Emil Leopold August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822) [1].

Vor 1935 | Erwerb durch die Herzogliche Bibliothek Gotha (1647-1919, 1925-1946), Erwerbsart unbekannt [2].

28.03.1935 | Verkauf von der Herzoglichen Bibliothek Gotha (1647-1919, 1925-1946) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Rückseite, Beschriftung von Emil Leopold August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822): "Goethe 1776 nach der Natur unmittelbar geätzt. 10. Dec: 90 erhalten"; Vgl. Corpus I, S. 66, Nr. 161; Eine Sammlung von neun Blättern mit Goethe-Zeichnungen in der Herzoglichen Bibliothek Gotha, einem handschriftlichen Nachtrag im entsprechenden Bandkatalog zufolge durch Herzog August selbst beschriftet (Forschungsbibliothek Gotha, Chart A. 1065).

[2] Rückseite, Stempel: Herzogl. Bibliothek GOTHA [GND-ID 126150173X].

[3] GNM Neuerwerbungsbuch (1930-1952), S. 72, Nr. 106; Angebot dieser und zwei weiterer Goethezeichnungen durch Eberhard Schenk zu Schweinsberg, Direktor der Herzoglichen Anstalten für Kunst und Wissenschaft in Gotha, März 1936 (GSA 150/M 88, unfol.).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Die Radierung, von der nur ein einziges Blatt bekannt ist, befand sich als Geschenk Goethes ehedem im Besitz des Prinzen August von Gotha, dessen Testat sich auf der Rückseite befindet: "Goethe 1776 nach der Natur unmittelbar geätzt. 10. Dec. 90 erhalten", darüber der Besitzstempel: "Herzogliche Bibliothek Gotha"

Die Radierung, von der nur ein einziges Blatt bekannt ist, befand sich als Geschenk Goethes ehedem im Besitz des Prinzen August von Gotha, dessen Testat sich auf der Rückseite befindet: "Goethe 1776 nach der Natur unmittelbar geätzt. 10. Dec. 90 erhalten", darüber der Besitzstempel: "Herzogliche Bibliothek Gotha"

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