Bild anklicken für die vergrößerbare Ansicht (IIIF).

Zeichnung

Höhle am Hermannstein

1776

Inventarnummer
GGz/0947
Inventarnummer
GGz/0947
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209704

Blaues Papier; schwarze Kreide, Pinsel in Grau (laviert)

Gezeigt ist der Eingang der Höhle am Hermannstein auf dem Kickelhahn bei Manebach. Die den Eingang bildenden Felsen bilden einen Hell-Dunkel-Kontrast zu dem verschatteten Inneren der Höhle. Im Vordergrund sind einzelne Pflanzen angedeutet.

Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist in der Mitte und am rechten Rand eine vertikale Knickfalte auf. In der unteren linken Ecke ist eine Kratzspur zu erkennen.

Vom 18. Juli bis zum 14. August 1776 unternahm Goethe eine Reise nach Ilmenau mit Herzog Carl August, um die Wiederbelebung des Bergbaus voranzutreiben. Goethes geowissenschaftliche Interessen nehmen hier ihren Ausgangspunkt. Mit dem Ziel zur Wiedereröffnung des Ilmenauer Bergwerks übernahm Goethe die Leitung der im Februar 1777 gegründeten „Bergwerkskommission“ (vgl. Müller, in: Ausst.-Kat. Weimar 2007, S. 93-94). Währenddessen kommt auch die Begeisterung für die Ilmenauer Landschaft in einem Brief an Johann Heinrich Merck vom 24. Juli 1776 zum Ausdruck: „Wir sind hier und wollen sehn, ob wir das alte Bergwerk wieder in Bewegung setzen. Du kannst denken, wie ich mich auf dem Thüringer Wald herumzeichne; der Herzog geht auf Hirsche, ich auf Landschaften aus und selbst zur Jagd führ ich mein Portefeuille mit.“ (WA IV 3, S. 90-91 / Online-Edition: GB 3, Nr. 146, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR146_0 (Version vom 02.09.2024)). Die Zeichnung der Höhle, die Goethe mehrmals besuchte, vereint seine geologischen und ästhetischen Interessen und hält einen persönlichen Erlebnisort fest (vgl. Oppel, in: Ausst.-Kat. Madrid 2008, o. P., Kat. Nr. 22).

Nach seinem ersten Aufenthalt in der Höhle am Hermannstein am 22. Juli 1776 (WA III 1, S. 16-17 / Online-Edition: GT I, 22.7.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0097 (Version vom 02.09.2024)). begleitete ihn wenig später, am 6. August, Charlotte von Stein (WA III 1, S. 18). Die Zeichnung entstand am 8. August, wovon er im Brief an Charlotte (WA IV 3, S. 93-94) sowie im Tagebuch berichtet: „aufm Hermanst. Die Höhle gezeichnet. aufn Gabelbach wo gessen wurde erst gegen 3. Gegen Abend auf Stüzzerbach ich zeichnete noch ein wenig.“ (WA III 1, S. 19 / Online-Edition: GT I, 8.8.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0114 (Version vom 02.09.2024)).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

Bezüge im Wissensnetz

Cookie-Einstellungen