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Zeichnung
Kapellenruine der Reichsburg Kyffhausen (recto); Kyffhäuserschlucht (verso)
1776
- Inventarnummer
- GGz/1920
- Inventarnummer
- GGz/1920
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209686
Schwarze Kreide (recto); schwarze Kreide, Feder in Grau, Pinsel in Grau (laviert) (verso)
Die Vorderseite zeigt die Kapellenruine der Reichsburg Kyffhausen. Die Überreste des Mauerwerks sind zwischen skizzenhaft angedeutetem Buschwerk gezeigt. Die Rückseite stellt eine Schlucht zwischen massiven Felsformationen dar, die spärlich bewachsen sind.
Der Foliobogen weist in der Mitte eine horizontale Knickfalte auf. Für die Vorderseite ist die untere Blatthälfte genutzt, für die Rückseite die obere, in umgekehrter Ausrichtung. Einstichlöcher sind in den oberen Ecken, sowie an den Seiten mittig, dort durch die Knickfalte gespiegelt, zu erkennen. Ein weiteres Einstichloch befindet sich in der Blattmitte, gespiegelt durch die Faltung, und zeigt Spuren von Rost.
Die Lokalisierung und Datierung der rückseitig dargestellten Felsschlucht erfolgen im Zusammenhang mit der Zeichnung der Vorderseite. Die hier skizzenhaft angedeutete Ruine der Kapelle der Reichsburg Kyffhausen lässt sich mit Goethes Tagebucheintrag vom 31. Mai 1776 in Verbindung bringen: „Kyffhäuser Sachsenburg Fronsdorf Weimar.“ (WA III 1, S. 13 / Online-Edition: GT I, 31.5.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0057 (Version vom 02.09.2024)). Die Ruine stellt Goethe in einer weiteren Zeichnung dar (Corpus VIb 24, Goethe-Museum Düsseldorf). Die Darstellung ist detaillierter und sorgfältiger ausgeführt, behält dabei aber einen skizzenhaften Charakter bei. Bei dem verwendeten Papier der Düsseldorfer Zeichnung handelt es sich um ein Korrespondenzpapier mit gedrucktem Zierrahmen, das Goethe auch für seinen Brief an Charlotte von Stein vom 1. Juni 1776 verwendete (WA III 1, S. 13 / Online-Edition: GT I, 31.5.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0057 (Version vom 02.09.2024)). Am gleichen Tag, auf denselben Tagebucheintrag bezogen, entstand auch die Zeichnung ‚Frohnsdorf‘ (Corpus VIa 197, Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv), ebenfalls auf Korrespondenzpapier, das sich im Brief vom 3. Juni 1776 wiederfindet (WA IV 3, S. 73 / Online-Edition: GB 3, Nr. 122, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR122_0 (Version vom 02.09.2024)).
Provenienz
1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].
1885 | Erbschaft von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an die Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck [2].
Februar 1929 | Verkauf von Walther Vulpius (1860-1944) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].
Quellen zur Provenienz
[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: „Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...].“
[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883, und dessen Präzisierung vom 10. März 1885: „die von Goetheschen (großväterlichen) Sammlungen: die Übergabe einerseits und Besitzergreifung andererseits, hat nur durch Aushändigung und Empfangnahme der betreffenden Schlüssel, seither in den Händen der verwittweten Frau Direktorin Schuchardt statt zu finden!“. Da die im Testament erwähnten Schlüssel aus der Verwaltung Schuchardts nicht die Schlüssel zur Wohnung Walther von Goethes in der Mansarde des Goethehauses einschlossen, fielen damit die dort befindlichen Gegenstände nicht dem Großherzogtum, sondern in der Erbfolge von August von Goethe und seiner Gattin Ottilie (geb. Pogwisch) den Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck zu.
[3] Sammlerstempel „Dr. W. Vulpius“; Vgl. Wahl 1929, S. 318; Erwerb von 33 Goethezeichnungen von Walther Vulpius die in zwei Einträgen im GNM-Neuerwerbungsbuch verzeichnet sind, dabei ist unklar, welchem der beiden Einträge die Zeichnungen jeweils zuzuordnen sind: GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 188, Nr. 59: „Vier Handzeichnungen Goethes“; GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 189, Nr. 68: „29 Goethesche Handzeichnungen aus dem Besitze der Familie Vulpius-Weimar.“
Im Rahmen eines Forschungsprojekts unterlaufen die Goethezeichnungen derzeit einer wissenschaftlichen Neubewertung. Das aufgerufene Blatt befindet sich noch in Bearbeitung.
Mehr Informationen zum Forschungsprojekt: https://www.klassik-stiftung.de/forschung/forschungsaktivitaeten/forschungsprojekte/corpus-der-goethezeichnungen/
Falls Sie Hinweise zu dieser oder einer anderen Goethezeichnung haben, freuen wir uns über eine Nachricht an: graphische.sammlungen@klassik-stiftung.de
Laura Lisa Beier, 2025-10-07
Der Foliobogen weist in der Mitte eine horizontale Knickfalte auf. Für die Vorderseite ist die untere Blatthälfte genutzt, für die Rückseite die obere, in umgekehrter Ausrichtung. Einstichlöcher sind in den oberen Ecken, sowie an den Seiten mittig, dort durch die Knickfalte gespiegelt, zu erkennen. Ein weiteres Einstichloch befindet sich in der Blattmitte, gespiegelt durch die Faltung, und zeigt Spuren von Rost.
Die Lokalisierung und Datierung der rückseitig dargestellten Felsschlucht erfolgen im Zusammenhang mit der Zeichnung der Vorderseite. Die hier skizzenhaft angedeutete Ruine der Kapelle der Reichsburg Kyffhausen lässt sich mit Goethes Tagebucheintrag vom 31. Mai 1776 in Verbindung bringen: „Kyffhäuser Sachsenburg Fronsdorf Weimar.“ (WA III 1, S. 13 / Online-Edition: GT I, 31.5.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0057 (Version vom 02.09.2024)). Die Ruine stellt Goethe in einer weiteren Zeichnung dar (Corpus VIb 24, Goethe-Museum Düsseldorf). Die Darstellung ist detaillierter und sorgfältiger ausgeführt, behält dabei aber einen skizzenhaften Charakter bei. Bei dem verwendeten Papier der Düsseldorfer Zeichnung handelt es sich um ein Korrespondenzpapier mit gedrucktem Zierrahmen, das Goethe auch für seinen Brief an Charlotte von Stein vom 1. Juni 1776 verwendete (WA III 1, S. 13 / Online-Edition: GT I, 31.5.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0057 (Version vom 02.09.2024)). Am gleichen Tag, auf denselben Tagebucheintrag bezogen, entstand auch die Zeichnung ‚Frohnsdorf‘ (Corpus VIa 197, Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv), ebenfalls auf Korrespondenzpapier, das sich im Brief vom 3. Juni 1776 wiederfindet (WA IV 3, S. 73 / Online-Edition: GB 3, Nr. 122, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR122_0 (Version vom 02.09.2024)).
Provenienz
1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].
1885 | Erbschaft von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an die Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck [2].
Februar 1929 | Verkauf von Walther Vulpius (1860-1944) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].
Quellen zur Provenienz
[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: „Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...].“
[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883, und dessen Präzisierung vom 10. März 1885: „die von Goetheschen (großväterlichen) Sammlungen: die Übergabe einerseits und Besitzergreifung andererseits, hat nur durch Aushändigung und Empfangnahme der betreffenden Schlüssel, seither in den Händen der verwittweten Frau Direktorin Schuchardt statt zu finden!“. Da die im Testament erwähnten Schlüssel aus der Verwaltung Schuchardts nicht die Schlüssel zur Wohnung Walther von Goethes in der Mansarde des Goethehauses einschlossen, fielen damit die dort befindlichen Gegenstände nicht dem Großherzogtum, sondern in der Erbfolge von August von Goethe und seiner Gattin Ottilie (geb. Pogwisch) den Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck zu.
[3] Sammlerstempel „Dr. W. Vulpius“; Vgl. Wahl 1929, S. 318; Erwerb von 33 Goethezeichnungen von Walther Vulpius die in zwei Einträgen im GNM-Neuerwerbungsbuch verzeichnet sind, dabei ist unklar, welchem der beiden Einträge die Zeichnungen jeweils zuzuordnen sind: GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 188, Nr. 59: „Vier Handzeichnungen Goethes“; GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 189, Nr. 68: „29 Goethesche Handzeichnungen aus dem Besitze der Familie Vulpius-Weimar.“
Im Rahmen eines Forschungsprojekts unterlaufen die Goethezeichnungen derzeit einer wissenschaftlichen Neubewertung. Das aufgerufene Blatt befindet sich noch in Bearbeitung.
Mehr Informationen zum Forschungsprojekt: https://www.klassik-stiftung.de/forschung/forschungsaktivitaeten/forschungsprojekte/corpus-der-goethezeichnungen/
Falls Sie Hinweise zu dieser oder einer anderen Goethezeichnung haben, freuen wir uns über eine Nachricht an: graphische.sammlungen@klassik-stiftung.de
Laura Lisa Beier, 2025-10-07
Beschriftung
Rückseite Besitzstempel: "6. Dr. W. Vulpius"
Rückseite Besitzstempel: "6. Dr. W. Vulpius"
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