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Zeichnung

Bergrücken in der Schweiz

1775

Inventarnummer
GGz/0103
Inventarnummer
GGz/0103
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209666

Bleistift, Feder in Braun

Die Zeichnung entstand während Goethes erster Schweizreise im Sommer 1775. Im unteren Bereich des Bogens findet sich die Darstellung eines Bergrückens, die im oberen Abschnitt durch ein mit dünnem Bleistift geschriebenes und teilweise mit Feder und Tinte nachgezogenes Gedichtfragment ergänzt wird.

Die Darstellung ist mit leichter Hand in Bleistift ausgeführt. Oben und unten am Blatt finden sich mittig Einstichlöcher. Mittig ist eine vertikale Knickfalte erkennbar.

Femmel verweist zudem auf eine Stelle aus ‚Dichtung und Wahrheit‘, die er mit dem Blatt in Verbindung bringt: "Drang und Eile zugleich nöthigten mich zu einem wunderbaren Hülfsmittel: kaum hatte ich einen interessanten Gegenstand gefaßt und ihn mit wenigen Strichen im Allgemeinsten auf dem Pappier angedeutet, so führte ich das Detail, das ich mit dem Bleistift nicht erreichen noch durchführen konnte, in Worten gleich daneben aus und gewann mir auf diese Weise eine solche innere Gegenwart von dergleichen Ansichten, daß eine jede Localität wie ich sie nachher in Gedicht oder Erzählung nur etwa brauchen mochte, mir alsobald vorschwebte und zu Gebote stand." (WA I 29, 133; Corpus I, S. 55)

Mira Claire Zadrozny, 2025-06-24
Beschriftung

Die rechte Hälfte des Großfoliobogens über ganz flüchtigen, fragmentarischen Bleiumrissen von Goethe zuerst mit Bleistift und dann mit Tinte beschrieben: "Das nächste hel und deutlich Alp/ Schnee im Vorgrund und weise Runsen/ Tannen auf dem Rücken ab/ Berge gegen über mit Tannen reihen/ deutlich in der Sonne schwarz die Tannen/ Seen grün und duncklich/ Zwischen allem Wolcken/ Über allem Wolcken/ Der Abstich des Trüben und klaren/ Das Trübe hell das klare schwarz fest bestimmt/ NB NB die Contraste die Waldbewachsenen/ finsteren Gipfel des Berges die Wolcke/ licht die sich drauf aufhebt/ Der See heller als der Nebel hoch/ dunckler ab/ Das Buschig Gehauene der Berge/ Das bröckliche Absincken des Rasen/ durch Schnee und Gewässer/ An den Tag kommen Felsen zusammen/ gebacken von Fluß steinen/ von den Felsen wenn der Rasen/ micht mehr halten kann/ Meist kleine Fichten halbwüchsige/ viel gestürzte starcke/ Das streifigte der bewachsnen Felsen vom/ Ablaufen des Wassers. Die Entdeckung des/ festen Felsen vom gesunckenen Rasen/ Oben Fichten tiefer ab Buchen, Ahorn, tiefer Nusbäume."

Die rechte Hälfte des Großfoliobogens über ganz flüchtigen, fragmentarischen Bleiumrissen von Goethe zuerst mit Bleistift und dann mit Tinte beschrieben: "Das nächste hel und deutlich Alp/ Schnee im Vorgrund und weise Runsen/ Tannen auf dem Rücken ab/ Berge gegen über mit Tannen reihen/ deutlich in der Sonne schwarz die Tannen/ Seen grün und duncklich/ Zwischen allem Wolcken/ Über allem Wolcken/ Der Abstich des Trüben und klaren/ Das Trübe hell das klare schwarz fest bestimmt/ NB NB die Contraste die Waldbewachsenen/ finsteren Gipfel des Berges die Wolcke/ licht die sich drauf aufhebt/ Der See heller als der Nebel hoch/ dunckler ab/ Das Buschig Gehauene der Berge/ Das bröckliche Absincken des Rasen/ durch Schnee und Gewässer/ An den Tag kommen Felsen zusammen/ gebacken von Fluß steinen/ von den Felsen wenn der Rasen/ micht mehr halten kann/ Meist kleine Fichten halbwüchsige/ viel gestürzte starcke/ Das streifigte der bewachsnen Felsen vom/ Ablaufen des Wassers. Die Entdeckung des/ festen Felsen vom gesunckenen Rasen/ Oben Fichten tiefer ab Buchen, Ahorn, tiefer Nusbäume."

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