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Zeichnung
Teufelsbrücke
1775
- Inventarnummer
- GGz/0099
- Inventarnummer
- GGz/0099
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209664
Die Zeichnung entstand während Goethes erster Schweizreise im Sommer 1775 und zeigt die Teufelsbrücke, die über den Fluss Reuss in der Gegend der Schöllenen-Schlucht führt. Um die Teufelsbrücke rangt sich eine Sage, nach der die Brücke erst durch mithilfe des Teufels erbaut werden konnte, der dafür die Seele desjenigen forderte, der als erster die Brücke überquerte. (die findigen Dorfbewohner schickten schließlich einen Ziegenbock über das neue Bauwerk). Blattfüllend zeigt Goethe die Brücke in der sie umgebenden Gebirgslandschaft.
Die Darstellung ist mit leichter Hand in Bleistift ausgeführt. Oben und unten finden sich mittig am Blatt Einstichlöcher. Auf der Rückseite sind einige Spritzflecken aus Tinte sichtbar. Das Blatt weist mittig eine vertikale Knickfalte auf.
Der eigenhändige Vermerk „23 Teu / fels / Brücke“ rechts unten auf dem Blatt, verweist auf einen entsprechenden Eintrag im Tagebuch, der allerdings schon vom 21. Juni 1775 ist und in dem Goethe dezidiert erwähnt, dass er gezeichnet habe (vgl. WA III 1, S. 6 / Online-Edition: GT I, 21.6.1775 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0007 (Version vom 02.09.2024)). Auch in ‚Dichtung und Wahrheit‘ findet sich eine Beschreibung der Gegend und dem Versuch, sie zu zeichnen, mit dem Goethe selbst wohl nicht zufrieden war: „Den 21sten halb sieben Uhr aufwärts; die Felsen wurden immer mächtiger und schrecklicher; der Weg bis zum Teufelsstein, bis zum Anblick der Teufelsbrücke immer mühseliger. Meinem Gefährten beliebte es, hier auszuruhen; er munterte mich auf, die bedeutenden Ansichten zu zeichnen. Die Umrisse mochten mir gelingen, aber es trat nichts hervor, nichts zurück; für dergleichen Gegenstände hatte ich keine Sprache“ (WA I 29, S. 121).
Die Zeichnung gehört zu den 16 Blättern, die Goethe laut Ruland für die Arbeit an ‚Dichtung und Wahrheit‘ heranzog und die sich in einem „alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek“ (Ruland 1892, S. 95) fanden.
Provenienz
1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].
1885 | Vermächtnis von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach [2].
1885 | Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].
Quellen zur Provenienz
[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: "Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...]."
[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883: "Ich ernenne das Großherzogthum Sachsen - den Staat - zum Erben des, aus dem Nachlaß meines seligen Großvaters des Geheimerathes Johann Wolfgang von Goethe herrührenden, in der Stadt Weimar belegenen Immobiliarbesitzes. [...] Der genannte Erbe erhält weiter: die, ebenfalls aus dem Nachlasse meines Großvaters herrührenden, im Goethehaus verwahrten Sammlungen von Bildern, Medaillen, Mineralien, Kunstwerken aller Art, u.s.w."; Ruland 1892, S. 95: „Die zweite […] Sammlung betrifft die erste Schweizer-Reise von 1775, genauer den mit seinem Landsmann Passavant in den Tagen vom 17ten bis 25ten Juni in die Urkantone und auf den Gotthard unternommenen Ausflug. Die sechzehn Blatt fanden sich in einem alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek, wo sie wahrscheinlich geruht haben, seitdem der Dichter sie beim Entstehen der Bücher XVIII und XIX von Dichtung und Wahrheit zu Rathe gezogen.“
[3] Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach: Stiftungsbrief des Goethe-Nationalmuseums, Wartburg bei Eisenach, 8. August 1885.
Mira Claire Zadrozny, 2025-08-14
Die Darstellung ist mit leichter Hand in Bleistift ausgeführt. Oben und unten finden sich mittig am Blatt Einstichlöcher. Auf der Rückseite sind einige Spritzflecken aus Tinte sichtbar. Das Blatt weist mittig eine vertikale Knickfalte auf.
Der eigenhändige Vermerk „23 Teu / fels / Brücke“ rechts unten auf dem Blatt, verweist auf einen entsprechenden Eintrag im Tagebuch, der allerdings schon vom 21. Juni 1775 ist und in dem Goethe dezidiert erwähnt, dass er gezeichnet habe (vgl. WA III 1, S. 6 / Online-Edition: GT I, 21.6.1775 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0007 (Version vom 02.09.2024)). Auch in ‚Dichtung und Wahrheit‘ findet sich eine Beschreibung der Gegend und dem Versuch, sie zu zeichnen, mit dem Goethe selbst wohl nicht zufrieden war: „Den 21sten halb sieben Uhr aufwärts; die Felsen wurden immer mächtiger und schrecklicher; der Weg bis zum Teufelsstein, bis zum Anblick der Teufelsbrücke immer mühseliger. Meinem Gefährten beliebte es, hier auszuruhen; er munterte mich auf, die bedeutenden Ansichten zu zeichnen. Die Umrisse mochten mir gelingen, aber es trat nichts hervor, nichts zurück; für dergleichen Gegenstände hatte ich keine Sprache“ (WA I 29, S. 121).
Die Zeichnung gehört zu den 16 Blättern, die Goethe laut Ruland für die Arbeit an ‚Dichtung und Wahrheit‘ heranzog und die sich in einem „alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek“ (Ruland 1892, S. 95) fanden.
Provenienz
1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].
1885 | Vermächtnis von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach [2].
1885 | Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].
Quellen zur Provenienz
[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: "Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...]."
[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883: "Ich ernenne das Großherzogthum Sachsen - den Staat - zum Erben des, aus dem Nachlaß meines seligen Großvaters des Geheimerathes Johann Wolfgang von Goethe herrührenden, in der Stadt Weimar belegenen Immobiliarbesitzes. [...] Der genannte Erbe erhält weiter: die, ebenfalls aus dem Nachlasse meines Großvaters herrührenden, im Goethehaus verwahrten Sammlungen von Bildern, Medaillen, Mineralien, Kunstwerken aller Art, u.s.w."; Ruland 1892, S. 95: „Die zweite […] Sammlung betrifft die erste Schweizer-Reise von 1775, genauer den mit seinem Landsmann Passavant in den Tagen vom 17ten bis 25ten Juni in die Urkantone und auf den Gotthard unternommenen Ausflug. Die sechzehn Blatt fanden sich in einem alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek, wo sie wahrscheinlich geruht haben, seitdem der Dichter sie beim Entstehen der Bücher XVIII und XIX von Dichtung und Wahrheit zu Rathe gezogen.“
[3] Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach: Stiftungsbrief des Goethe-Nationalmuseums, Wartburg bei Eisenach, 8. August 1885.
Mira Claire Zadrozny, 2025-08-14
Beschriftung
Unten rechts mit Bleistift von Goethe datiert und lokalisiert: "23 Teufels Brücke"
Unten rechts mit Bleistift von Goethe datiert und lokalisiert: "23 Teufels Brücke"
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