Bild anklicken für die vergrößerbare Ansicht (IIIF).

Zeichnung

Teufelsstein

1775

Inventarnummer
GGz/0097
Inventarnummer
GGz/0097
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209657

Bleistift (gewischt)

Die Zeichnung entstand während Goethes erster Schweizreise im Sommer 1775 und zeigt eine Studie des Teufelssteins. Goethe zeichnete den Felsblock, für den (zusammen mit der Teufelsbrücke) die Gegend der Schöllenen-Schlucht bekannt ist, in einer Detailstudie, die die umgebende Landschaft gänzlich ausklammert. Dieser fokussierte Blick mag ein Hinweis auf sein Interesse an der geologischen Beschaffenheit des Steins sein.

Die Darstellung ist mit leichter Hand in Bleistift ausgeführt. An allen Ecken des Blattes finden sich Einstichlöcher.

Der eigenhändige Vermerk „23 Jun / Teufels / stein“ rechts unten auf dem Blatt, verweist auf einen entsprechenden Eintrag im Tagebuch, der allerdings schon vom 21. Juni 1775 ist und in dem Goethe dezidiert erwähnt, dass er gezeichnet habe (vgl. WA III 1, S. 6 / Online-Edition: GT I, 21.6.1775 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0007 (Version vom 02.09.2024)). Auch in ‚Dichtung und Wahrheit‘ findet sich eine Beschreibung der Gegend und dem Versuch, sie zu zeichnen, mit dem Goethe selbst wohl nicht zufrieden war: „Den 21sten halb sieben Uhr aufwärts; die Felsen wurden immer mächtiger und schrecklicher; der Weg bis zum Teufelsstein, bis zum Anblick der Teufelsbrücke immer mühseliger. Meinem Gefährten beliebte es, hier auszuruhen; er munterte mich auf, die bedeutenden Ansichten zu zeichnen. Die Umrisse mochten mir gelingen, aber es trat nichts hervor, nichts zurück; für dergleichen Gegenstände hatte ich keine Sprache“ (WA I 29, S. 121).

Die Zeichnung gehört zu den 16 Blättern, die Goethe laut Ruland für die Arbeit an ‚Dichtung und Wahrheit‘ heranzog und die sich in einem „alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek“ (Ruland 1892, S. 95) fanden.


Provenienz

1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].

1885 | Vermächtnis von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach [2].

1885 | Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: "Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...]."

[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883: "Ich ernenne das Großherzogthum Sachsen - den Staat - zum Erben des, aus dem Nachlaß meines seligen Großvaters des Geheimerathes Johann Wolfgang von Goethe herrührenden, in der Stadt Weimar belegenen Immobiliarbesitzes. [...] Der genannte Erbe erhält weiter: die, ebenfalls aus dem Nachlasse meines Großvaters herrührenden, im Goethehaus verwahrten Sammlungen von Bildern, Medaillen, Mineralien, Kunstwerken aller Art, u.s.w."; Ruland 1892, S. 95: „Die zweite […] Sammlung betrifft die erste Schweizer-Reise von 1775, genauer den mit seinem Landsmann Passavant in den Tagen vom 17ten bis 25ten Juni in die Urkantone und auf den Gotthard unternommenen Ausflug. Die sechzehn Blatt fanden sich in einem alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek, wo sie wahrscheinlich geruht haben, seitdem der Dichter sie beim Entstehen der Bücher XVIII und XIX von Dichtung und Wahrheit zu Rathe gezogen.“

[3] Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach: Stiftungsbrief des Goethe-Nationalmuseums, Wartburg bei Eisenach, 8. August 1885.

Mira Claire Zadrozny, 2025-08-14
Beschriftung

Unten rechts mit Bleistift eigenhändiger Datierungs- und Lokalisierungsvermerk: "23 Jun Teufels Stein"

Unten rechts mit Bleistift eigenhändiger Datierungs- und Lokalisierungsvermerk: "23 Jun Teufels Stein"

Bezüge im Wissensnetz

Cookie-Einstellungen