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Zeichnung

Wasserfall der Reuss im 'Drachenthal'

1775

Inventarnummer
GGz/0093
Inventarnummer
GGz/0093
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209648

Bleistift, Feder in Grau, Pinsel in Grau (laviert)

Die Zeichnung entstand während Goethes erster Schweizreise im Sommer 1775. Sie zeigt den Wasserfall der Reuss. Die Bezeichnung des Ortes als Drachenthal geht auf Goethe selbst zurück (vgl. Maisak 1996, S. 61). Ungewöhnlich ist die Nahsicht des Gezeigten, die eine „Unmittelbarkeit des Erlebnisses“ wiedergibt (ebd.).

Durch die Bearbeitung mit Feder und Tuschlavierung in einem dynamischen Duktus, sticht Zeichnung unter den Werken der Schweizreise heraus. An allen vier Seiten finden sich mittig am Blatt Einstichlöcher.

Am unteren rechten Bildrand ist die Zeichnung eigenhändig auf den 21. Juni datiert „d. 21. J. / Drachenthal“ und verweist damit auf einen Tagebucheintrag, in dem auch das „Drachen Thal“ erwähnt wird. (WA III 1, S. 6-7 / Online-Edition: GT I, (20.–22.6.1775) (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0010 (Version vom 02.09.2024)).

Die Zeichnung gehört zu den 16 Blättern, die Goethe laut Ruland für die Arbeit an ‚Dichtung und Wahrheit‘ heranzog und die sich in einem „alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek“ (Ruland 1892, S. 95) fanden.


Provenienz

1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].

1885 | Vermächtnis von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach [2].

1885 | Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: "Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...]."

[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883: "Ich ernenne das Großherzogthum Sachsen - den Staat - zum Erben des, aus dem Nachlaß meines seligen Großvaters des Geheimerathes Johann Wolfgang von Goethe herrührenden, in der Stadt Weimar belegenen Immobiliarbesitzes. [...] Der genannte Erbe erhält weiter: die, ebenfalls aus dem Nachlasse meines Großvaters herrührenden, im Goethehaus verwahrten Sammlungen von Bildern, Medaillen, Mineralien, Kunstwerken aller Art, u.s.w."; Ruland 1892, S. 95: „Die zweite […] Sammlung betrifft die erste Schweizer-Reise von 1775, genauer den mit seinem Landsmann Passavant in den Tagen vom 17ten bis 25ten Juni in die Urkantone und auf den Gotthard unternommenen Ausflug. Die sechzehn Blatt fanden sich in einem alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek, wo sie wahrscheinlich geruht haben, seitdem der Dichter sie beim Entstehen der Bücher XVIII und XIX von Dichtung und Wahrheit zu Rathe gezogen.“

[3] Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach: Stiftungsbrief des Goethe-Nationalmuseums, Wartburg bei Eisenach, 8. August 1885.

Mira Claire Zadrozny, 2025-08-14
Beschriftung

Eigenhändig unten rechts: "d. 21. J. Drachenthal".

Eigenhändig unten rechts: "d. 21. J. Drachenthal".

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