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Zeichnung

Zugersee

1775

Inventarnummer
GGz/0087
Inventarnummer
GGz/0087
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209625
Die Zeichnung entstand während Goethes erster Schweizreise im Sommer 1775. Dargestellt ist eine Ansicht des Zugersees. Der Blick fällt von einer südöstlichen Anhöhe hinab auf den See und die ihn umgebenden Berge sowie die Stadt Arth am Ufer. Irrtümlich wurde die Zeichnung von Femmel als Lauerzersee bezeichnet (Corpus I, S. 48-49). Femmel greift hierbei auf eine frühere Einordnung durch Karl Koetschau und Max Morris zurück (vgl. Koetschau/ Morris 1907, S. 29 und 48). Ruland sieht in dem Blatt den Vierwaldstättersee (vgl. Ruland 1892, S. 95). Die korrigierte Einordnung als Zugersee nahm schließlich 1989 Schnyder-Seidel vor (Schnyder-Seidel 1989, S. 47-49).

Die Darstellung ist mit leichter Hand in Bleistift ausgeführt. Oben und unten finden sich mittig am Blatt Einstichlöcher.

Der eigenhändige Vermerk am unteren rechten Rand des Blattes „d. 17 Jun“ verweist auf einen Tagebucheintrag, in dem Goethe seinen Aufenthalt sowie die Gegend am Lauerzersees verweist, ohne dabei expliziert auf den Zugersee einzugehen. (vgl. WA III 1, S. 5 / Online-Edition: GT I, 17.6.1775 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0003 (Version vom 02.09.2024)). In ‚Dichtung und Wahrheit‘ reflektiert Goethe genau diesen Blick von oben auf den See: „Ebenso fuhren wir über den Zugersee, den wir schon von Rigi herab aus der Ferne hatten kennen lernen.“ (WA I 29, S. 132)

Die Zeichnung gehört zu den 16 Blättern, die Goethe laut Ruland für die Arbeit an ‚Dichtung und Wahrheit‘ heranzog und die sich in einem „alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek“ (Ruland 1892, S. 95) fanden.


Provenienz

1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].

1885 | Vermächtnis von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach [2].

1885 | Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: "Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...]."

[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883: "Ich ernenne das Großherzogthum Sachsen - den Staat - zum Erben des, aus dem Nachlaß meines seligen Großvaters des Geheimerathes Johann Wolfgang von Goethe herrührenden, in der Stadt Weimar belegenen Immobiliarbesitzes. [...] Der genannte Erbe erhält weiter: die, ebenfalls aus dem Nachlasse meines Großvaters herrührenden, im Goethehaus verwahrten Sammlungen von Bildern, Medaillen, Mineralien, Kunstwerken aller Art, u.s.w."; Ruland 1892, S. 95: „Die zweite […] Sammlung betrifft die erste Schweizer-Reise von 1775, genauer den mit seinem Landsmann Passavant in den Tagen vom 17ten bis 25ten Juni in die Urkantone und auf den Gotthard unternommenen Ausflug. Die sechzehn Blatt fanden sich in einem alten Umschlag vereinigt in Goethes Bibliothek, wo sie wahrscheinlich geruht haben, seitdem der Dichter sie beim Entstehen der Bücher XVIII und XIX von Dichtung und Wahrheit zu Rathe gezogen.“

[3] Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach: Stiftungsbrief des Goethe-Nationalmuseums, Wartburg bei Eisenach, 8. August 1885.

Mira Claire Zadrozny, 2025-08-14
Beschriftung

Unten rechts eigenhändig datiert: "d. 17 Jun 75"

Unten rechts eigenhändig datiert: "d. 17 Jun 75"

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