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Zeichnung
Kopie von 'Porträt Johann Caspar Lavater'
1777
- Künstler: Goethe, Johann Wolfgang von
- dargestellte Person: Lavater, Johann Caspar
- Künstler der Vorlage: Schmoll, Georg Friedrich
- Inventarnummer
- GGz/2252
- Inventarnummer
- GGz/2252
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209585
In einem annähernd runden Medaillon, das mit einer Schleife geschmückt ist, erscheint vor einem dunklen Hintergrund, im Profil das Brustbild von Johann Caspar Lavater. Goethe verband eine Freundschaft mit Lavater, die in zahlreichen Briefen gut dokumentiert ist. Lavaters Physiognomik war für Goethe sowohl als Naturwissenschaftler als auch als Porträtzeichner von Interesse und er sandte ihm eine Reihe selbst gefertigter Schattenbilder mit Kommentaren für die ‚Physiognomischen Fragmente‘ (vgl. Fliedl, in: Ausst.-Kat. Frankfurt (Main)/Weimar 1994, S. 193).
Die Zeichnung ist mit Bleistift ausgeführt und mit einer doppelten Rahmenlinie versehen. Das Blatt ist an allen Seiten bis an den Rand der Rahmenlinien beschnitten worden.
Femmel bezweifelt einerseits die vollständige Eigenhändigkeit der Zeichnung, denn „der wie gestochen gezeichnete Kopf verrät fremde Mithilfe“ (Corpus I, S. 45). Andererseits vermutet er gleichzeitig, dass die Porträtzeichnung von Johann Heinrich Lips aus Goethes Kunstsammlung (GHz/Sch.I.275,0438.2) als Vorlage gedient habe und die Zeichnung Goethes bei Lavaters Besuch in Frankfurt im Juni 1774 entstanden sei. Die Unstimmigkeiten dieser eher gegensätzlichen Annahmen zum Entstehungskontext sind bisher außer Acht gelassen worden (vgl. Bergmann 1999, S. 34). Die hohe Übereinstimmung in Bezug auf Figur, Kleidung, Medaillon und Schleifenverzierung zeigen, dass es sich bei Goethes Zeichnung stattdessen um eine Kopie nach der Druckgrafik von Georg Friedrich Schmoll handelt (ID 250405). Dass sich auch Lips mit Schmolls Porträt auseinandersetzte, offenbart seine Radierung (KGr/02000), die Schmoll als Zeichner der Vorlage benennt. Die Ähnlichkeit der Zeichnungen Goethes und Lips lässt sich auch durch die gemeinsame Vorlage erklären.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung
Rückseite, Testat mit Tinte: "Lavater. Diese Bleistiftzeichnung ist von der Hand des jungen Goethe, welcher sie dem Hofprediger H. Geheimrath Petersen (S. Wahrheit und Dichtung) schenkte, aus dessen Nachlaß sie mein Vater, der als Messecourator fungierte, erwarb. Petersen wohnte in unserem Haus in Darmstadt. Wilh. Hamm."
Rückseite, Testat mit Tinte: "Lavater. Diese Bleistiftzeichnung ist von der Hand des jungen Goethe, welcher sie dem Hofprediger H. Geheimrath Petersen (S. Wahrheit und Dichtung) schenkte, aus dessen Nachlaß sie mein Vater, der als Messecourator fungierte, erwarb. Petersen wohnte in unserem Haus in Darmstadt. Wilh. Hamm."
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