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Radierung

Exlibris für Käthchen Schönkopf

1768

Inventarnummer
GGz/2186
Inventarnummer
GGz/2186
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209482
Die Radierung gehört zu den wenigen eigenhändigen druckgrafischen Werken Goethes und zählt als Pendant zu dem ‚Exlibris für Christian Gottlob Schönkopf‘ (KGr/03128).

Gezeigt ist eine Konsole mit einem Stapel Bücher, an den ein ovaler Schild lehnt, auf dem der mit Akanthusranken verzierte Buchstabe „S“ steht. Um Schild und Bücherstapel windet sich eine Ranke aus Rosen.

Das Blatt ist bis an den Plattenrand beschnitten. Oben, unten und links mittig am Blatt finden sich Einstichlöcher. Auf der Rückseite findet sich Vermerk mit Bleistift „Geschenk [der] Frau / Fanny Schneider / Magdeburg“.

Die beiden Radierungen dienten als Freundschaftsgeschenke und werden gemeinhin als Exlibris interpretiert, obwohl eine entsprechende Nutzung nicht überliefert ist. Motivisch schließt sich die Grafik Goethes an das Vorbild seines Zeichenlehrers Adam Friedrich Oeser an, der eine Vignette für den Katalog der Gemälde des Leipziger Kunstsammlers Gottfried Winckler schuf (vgl. Kat. Frankfurt (Main) 1998, S. 24-25).

Die Radierungen entstanden während der Leipziger Studentenzeit, als Goethe in der Gastwirtschaft im Brühl Bekanntschaft mit dem Gastwirt Christian Gottlob Schönkopf und dessen Tochter Anna Katharina "Kätchen" Schönkopf . Von seiner Zuneigung zu Kätchen schreibt Goethe in ‚Dichtung und Wahrheit‘, zwar ohne auf das Entstehen der Grafik einzugehen, doch habe der unglückliche Verlauf der Beziehung ihn zum Verfassen des Dramas ‚Die Laune des Verliebten‘ veranlasst (WA I 27, S. 110-112).

Der Aufbewahrungsort der Platte ist unbekannt. Aus Goethes Nachlass ist kein Abzug der Radierung bekannt, das einzige Exemplar der Museen der Klassik Stiftung Weimar aus dem Besitz der Urenkelin von Käthchen Schönkopf in den Bestand gelangt. Weitere Abzüge sind in der Universitäts- und Landesbibliothek und dem Goethe-Museum Düsseldorf (Corpus VIb 94), dem Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethe-Museum, der Stadtbibliothek und Universitätsbibliothek in Leipzig, dem Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, sowie in Privatbesitz und Kunsthandel nachweisbar.


Provenienz

02.04.1900 | Schenkung von Fanny Schneider, geb. Sickel, Magdeburg, an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [1].

Quellen zur Provenienz

[1] Bojanowski 1900, S. 21; GSA 150/M 75 Bl. 115-116 Brief von Fanny Schneider vom 02.04.1900: „Euer Hochwohlgebohren Wunsch, betreff das exlibris von Göthe, meiner Urgroßmutter Käthchen Kanne geb Schönkopf gewidmet, komme ich mit Freuden nach und sende es dem Göthe National-Museum als kleinen Beitrag für dieses schöne großartige Unternehmen, bis auf 2 Exemplare , die ich nun für meine Familie aufzuheben gedenke, sind die kleinen Blätter die ich im Besitz gehabt habe, erschöpft, doch gewährt es mir eine große Genugtuung und Freude Ihnen gefällig sein zu können und sie diesem […] Zweck stiften zu können. Hochachtungsvoll Frau Fanny Schneider geb Sickel Magdeburg d. 2 April 1900.“

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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Weitere Quellen

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Präsentationstext (1)

Museumsbestand (KSW)

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