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Zeichnung

Gesellschaft von vier Herren und zwei Damen

1765 - 1768

Inventarnummer
GGz/0018
Inventarnummer
GGz/0018
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209448

Bleistift (teilweise Abklatsch)

Im Oktober 1765 zog Goethe mit 16 Jahren nach Leipzig, um sein Jurastudium aufzunehmen. Dort machte er Bekanntschaft mit Adam Friedrich Oeser, der 1864 zum Direktor der Leipziger Kunstakademie ernannt worden war. Unter Oesers Anleitung befasste sich Goethe neben den eigenen zeichnerischen Studien auch mit der zeitgenössischen Kunsttheorie. So entstanden in den Jahren von 1765 bis 1768 Zeichnungen, die Goethes Studienalltag wie auch sein wachsendes Interesse an der Kunst darlegen. Die hier vorliegende Bleistiftzeichnung entstand in dieser Zeit. Sie zeigt eine in einem Halbkreis sitzende Personengruppe, die eine enge motivische Verwandtschaft mit GGz/0019 aufweisen. Bei den drei linken Figuren scheint es sich sogar um einen Abklatsch einiger Figuren dieses Blattes zu handeln, erkennbar an den weicheren und verwischten Bleistiftstrichen, die diese Figuren im Gegensatz zu denen auf der rechten Seite kennzeichnen.

Das kleinformatige Blatt ist an allen vier Rändern beschnitten. An allen Seiten finden sich mittig Einstichlöcher. Rückseitig finden sich Pinsel- und Schriftproben in Feder und Tinte.

Ob es sich tatsächlich um eine Zeichnung von Goethe handelt, ist fraglich. Denkbar wäre auch, dass Goethes Jugendfreund Christian Gottfried Hermann, aus dessen Nachlass die Zeichnung stammt, sie anfertigte. Zur Gruppe dieser Zeichnungen gehören auch GGz/0011, GGz/0012, GGz/0013, GGz/0014, GGz/0015, GGz/0016, GGz/0017, GGz/0019, die von der gleichen Hand stammen könnten.


Provenienz

Vor 1813 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Christian Gottfried Hermann (1743-1813) [1].

Vor 1891 | Erwerb durch Albert Anders, Leipzig, Erwerbsart unbekannt [2].

1891 | Stiftung von Albert Anders, Leipzig an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Vgl. Corpus I, S. 12, Nr. 3; wahrscheinlich Schenkung bereits in der Leipziger Studienzeit vor 1875; gehört zu den 32 Zeichnungen Goethes und Hermanns aus dessen Nachlass.

[2] Sammlerstempel „Albert Anders Leipzig“ auf einigen der 32 Zeichnungen.

[3] Ruland 1892, S. 14: „Herr Anders stiftete zu gleicher Zeit noch 32 Skizzen von der Hand Goethes und Hermanns aus denselben Jahren 1766-1768, eine werthvolle Ergänzung dieser Reliquien aus Goethes Jugend."

Mira Claire Zadrozny, 2025-10-07
Beschriftung

Auf der Rückseite Schrift- und Federproben, kursiv geschrieben: "Un (dreimal), es, c, Mo,Mon, C'est, espr", zwei unvollendete "M". In einer Ecke die Nr. "7" und auf der gegenüberliegenden Ecke die Buschstaben "ers" von dem verschnittenen Stempel "Albert Anders Leipzig"

Auf der Rückseite Schrift- und Federproben, kursiv geschrieben: "Un (dreimal), es, c, Mo,Mon, C'est, espr", zwei unvollendete "M". In einer Ecke die Nr. "7" und auf der gegenüberliegenden Ecke die Buschstaben "ers" von dem verschnittenen Stempel "Albert Anders Leipzig"

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