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Zeichnung

Lehrer am Pult

1766

Inventarnummer
GGz/0055
Inventarnummer
GGz/0055
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209412
Im Oktober 1765 zog Goethe mit 16 Jahren nach Leipzig, um sein Jurastudium aufzunehmen. Dort machte er Bekanntschaft mit Adam Friedrich Oeser, der 1864 zum Direktor der Leipziger Kunstakademie ernannt worden war. Unter Oesers Anleitung befasste sich Goethe neben den eigenen zeichnerischen Studien auch mit der zeitgenössischen Kunsttheorie. So entstanden in den Jahren von 1765 bis 1768 Zeichnungen, die Goethes Studienalltag wie auch sein wachsendes Interesse an der Kunst darlegen. Die hier vorliegende Bleistiftzeichnung entstand in dieser Zeit. Sie zeigt eine männliche Figur an einem Pult, wobei Kleidung und Perücke des Dargestellten nahelegen, es handle sich um einen Dozenten. Am unteren rechten Rand der Darstellung finde sich ein handschriftlicher Verweis, der nur schlecht entzifferbar ist, jedoch scheinbar die Initialen „G H" umfasst sowie die Jahreszahl 1760, rückseitig findet sich von gleicher Hand ein ähnlicher Vermerk, der nun allerdings auf das Jahr 1766 verweist und Grundlage der Datierung ist.

Das Blatt weist je zwei horizontale und vertikale Knickfalten auf. An der oberen Kante lässt sich ein nur schlecht sichtbares Einstichloch erahnen.

Unklar ist, ob das Blatt tatsächlich von Goethe stammt, denkbar wäre auch eine Zuschreibung an Adam Friedrich Oeser. Die Zeichnung stammt aus dem Nachlass von Christian Gottfried Hermann, mit dem Goethe in Leipzig befreundet war. Mitunter wurde auch eine Zuschreibung an Hermann diskutiert (vgl. Corpus I, S. 19).


Provenienz

Vor 1813 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Christian Gottfried Hermann (1743-1813) [1].

Vor 1891 | Erwerb durch Albert Anders, Leipzig, Erwerbsart unbekannt [2].

1891 | Stiftung von Albert Anders, Leipzig an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Vgl. Corpus I, S. 12, Nr. 3; wahrscheinlich Schenkung bereits in der Leipziger Studienzeit vor 1875; gehört zu den 32 Zeichnungen Goethes und Hermanns aus dessen Nachlass.

[2] Sammlerstempel „Albert Anders Leipzig“ auf einigen der 32 Zeichnungen.

[3] Ruland 1892, S. 14: „Herr Anders stiftete zu gleicher Zeit noch 32 Skizzen von der Hand Goethes und Hermanns aus denselben Jahren 1766-1768, eine werthvolle Ergänzung dieser Reliquien aus Goethes Jugend."

Mira Claire Zadrozny, 2025-10-07
Beschriftung

Signiert mit Bleistift: "B.G.H. . . .", beschriftet Hermann. Beschriftet von anderer Hand: "G H 1766 (?)"; Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

Signiert mit Bleistift: "B.G.H. . . .", beschriftet Hermann. Beschriftet von anderer Hand: "G H 1766 (?)"; Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

Bezüge im Wissensnetz

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Material (3)

Goethe-Texte
  • 165
  • 216
  • Bleistift

Wird dargestellt durch (1)

Weitere Quellen

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