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Zeichnung

Marktszene (?) (recto); Porträtskizzen (verso)

1766

Inventarnummer
GGz/0069
Inventarnummer
GGz/0069
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209409

Bleistift (recto); Bleistift (verso)

Im Oktober 1765 zog Goethe mit 16 Jahren nach Leipzig, um sein Jurastudium aufzunehmen. Dort machte er Bekanntschaft mit Adam Friedrich Oeser, der 1864 zum Direktor der Leipziger Kunstakademie ernannt worden war. Unter Oesers Anleitung befasste sich Goethe neben den eigenen zeichnerischen Studien auch mit der zeitgenössischen Kunsttheorie. So entstanden in den Jahren von 1765 bis 1768 Zeichnungen, die Goethes Studienalltag wie auch sein wachsendes Interesse an der Kunst darlegen. Die hier vorliegende Bleistiftzeichnung entstand in dieser Zeit. Sie zeigt vorderseitig eine Genreszene, in der mehrere Figuren um einen Karren herum angeordnet sind. Aufgrund dieses Motivs wird das Blatt auf Marktszene betitelt. Rückseitig findet sich in der unteren linken Ecke des Blattes eine kleine Porträtskizze zweier Personen, die von einem Fensterrahmen umfasst werden, sowie rechtsseitig einige handschriftliche Notizen juristischer Natur.

Das beschnittene Blatt weist an alles vier Seiten mittig Einstichlöcher auf. Eine vertikale Knickfalte zeugt von der Handhabung in gefaltetem Zustand.

Am rechten unteren Rand der Vorderseite findet sich der handschriftliche Vermerk „le 23. Juin 1766“ auf den die Datierung des Blattes zurückgeht,

Die Notizen auf der Rückseite zeigen eindrücklich, wie bereits beschriebene Blätter als Grund für Zeichnungen herangezogen und so wiederverwendet wurden. Die Zeichnung stammt aus dem Nachlass von Christian Gottfried Hermann, mit dem Goethe in Leipzig befreundet war. Mitunter wurde eine Zuschreibung an Hermann diskutiert (vgl. Corpus I, S. 19).


Provenienz

Vor 1813 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Christian Gottfried Hermann (1743-1813) [1].

Vor 1891 | Erwerb durch Albert Anders, Leipzig, Erwerbsart unbekannt [2].

1891 | Stiftung von Albert Anders, Leipzig an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Vgl. Corpus I, S. 12, Nr. 3; wahrscheinlich Schenkung bereits in der Leipziger Studienzeit vor 1875; gehört zu den 32 Zeichnungen Goethes und Hermanns aus dessen Nachlass.

[2] Sammlerstempel „Albert Anders Leipzig“ auf einigen der 32 Zeichnungen.

[3] Ruland 1892, S. 14: „Herr Anders stiftete zu gleicher Zeit noch 32 Skizzen von der Hand Goethes und Hermanns aus denselben Jahren 1766-1768, eine werthvolle Ergänzung dieser Reliquien aus Goethes Jugend."

Mira Claire Zadrozny, 2025-10-07
Beschriftung

Datierung mit Tinte von Goethe: "le 23. Juin 1766"

Datierung mit Tinte von Goethe: "le 23. Juin 1766"

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Material (3)

Goethe-Texte
  • 138
  • 198
  • Bleistift (recto); Bleistift (verso)

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