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Radierung

Gebirgige Landschaft mit Wasserfall

1768

Inventarnummer
KGr1983/00593
Inventarnummer
KGr1983/00593
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:202695
Die Radierung gehört zu den wenigen eigenhändigen druckgrafischen Werken Goethes und bildet ein Pendant zu der Radierung ‚Gebirgige Landschaft mit Wasserfall‘ (KGr1983/00974).

Die Landschaft ist in Bildebenen gestaffelt, die in den Dunkelstufen aufgegriffen werden. Im Vordergrund bildet eine am Ufer stehende Rückenfigur in der rechten Bildhälfte ein Repoussoir, der Mittelgrund wird durch eine Felsformation mit Wasserfall eingenommen, wobei in der linken Hälfte ein großer Fels mit Baum die Landschaft rahmt und eine Frau zwischen die Felsen gesetzt ist. Im Hintergrund ist in der Ferne eine Bergkette zu sehen.

Das Blatt zeigt einen Lichtrand an allen Seiten.

In der Bildunterschrift findet sich eine Widmung an seinen Vater Johann Kaspar Goethe: „Dedié à Monsieur Goethe […] / par son fils tres obeissant.“ Die Signatur unterhalb des Bildes „Peint par A. Thiele | gravé par Goethe“ gibt Aufschluss über die Vorlage für Goethes Grafik. Das Gemälde von Johann Alexander Thiele ist heute, ebenso wie sein Pendant, nicht bekannt, wurde aber in einer der ehemaligen Leipziger Privatsammlungen von Johann Friedrich Richter (Wustmann 1893, S. 97; Jahn 1950, S. 47-48) oder Gottfried Winckler (Kat. Frankfurt (Main) 1998, S. 22-23; Brandt 1913, S. 15-16; Morris 1912/VI, S. 130) vermutet.

In ‚Dichtung und Wahrheit‘ berichtet Goethe von der Bekanntschaft mit Johann Michael Stock und dessen druckgrafischer Arbeit: „Mich reizte die reinliche Technik dieser Kunstart, und ich gesellte mich zu ihm, um auch etwas dergleichen zu verfertigen. […] Ich radierte daher unter seiner Anleitung verschiedene Landschaften nach Thiele und andern, die, obgleich von einer ungeübten Hand verfertigt, doch einigen Effekt machten und gut aufgenommen wurden.“ (WA I 27, S. 180)

Unter den druckgrafischen Arbeiten Goethes haben sich die Radierungen nach Thiele am zahlreichsten erhalten und tauchen in Sammlungen und im Kunsthandel häufig als Paare auf. Die Platten werden heute im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig verwahrt, unter den Radierungen sind auch spätere Abzüge zu finden. Weitere Abzüge sind in den Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar, dem Goethe-Museum Düsseldorf (Corpus VIb 9), dem Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, dem Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethe-Museum, dem Stadtgeschichtlichen Museum, der Stadtbibliothek und Universitätsbibliothek in Leipzig, dem Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Galerie Hans in Hamburg, dem Cabinet des Estampes et des Dessins des Musées de la Ville de Strasbourg, der Bibliothek und Informationszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest, der William A. Speck Collection of Goetheana, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale University in New Haven, in der Princeton University Library, Department of Special Collections, Manuscripts Division, Benno Elkan Collection of Goethe, sowie in Privatbesitz und Kunsthandel nachweisbar.


Provenienz

Vor 1886 | Erwerb durch die Goethe-Gesellschaft in Weimar (seit 1885), Erwerbsart unbekannt.

1886 | Schenkung der Goethe-Gesellschaft in Weimar (seit 1885) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [1].

Quellen zur Provenienz

[1] Schenkung gemeinsam mit einer weiteren Radierung (KGr1983/00574); Rückseite, Bezeichnung: „Geschenk d. Goethe-Gesellschaft.“; 1983 uminventarisiert (ehemals GGz/2338), GNM Graphik-Inventar 1980-1996, S. 144, Nr. 593), vgl. Corpus I, S. 30-31, Nr. 48.


Laura Lisa Beier, 2025-10-28
Beschriftung

unten Mitte eine Widmung an Ch. G. Hermann: Dedié á Monsieur le Docteur Hermann / Assesseur de la Cour provinciale Supreme / de Justice de Saelect de Saxe et Senateur / de la Ville de Leipsic per Son Ami Goethe; verso unten Mitte: 1886 / Geschenk d. Goethe-Gesellschaft

unten Mitte eine Widmung an Ch. G. Hermann: Dedié á Monsieur le Docteur Hermann / Assesseur de la Cour provinciale Supreme / de Justice de Saelect de Saxe et Senateur / de la Ville de Leipsic per Son Ami Goethe; verso unten Mitte: 1886 / Geschenk d. Goethe-Gesellschaft

Bezüge im Wissensnetz

Wird dargestellt durch (1)

Weitere Quellen

Zugehöriger Ort (1)

Goethe-Texte

Präsentationstext (1)

Museumsbestand (KSW)

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