Brief
Von August Wilhelm Schlegel (14. Dezember 1798)
Dank für die Rücksendung von T. Bewicks Holzschnittserien "The Chase" (1796) und "General History of Quadrupeds" (1790). S. würde sich freuen, wenn G. dem Holzschneider J. F. G. Unger etwas ermunterndes für seine Kunst sagen könnte. Unger behaupte, die Bewicksche Manier sei schon im 15. Jahrhundert in Gebrauch gewesen. - S. übersetze jetzt Shakespeares "Kaufmann von Venedig". Infolge seiner Beschäftigung mit der älteren Geschichte der Deutschen Poesie habe er immer ein aufmerksames Auditorium und gelange zu neuen Aufschlüssen über das Rittergedicht. - S. wolle G. auf Ifflands interessante Autobiographie "Meine theatralische Laufbahn" (1798) aufmerksam machen. Die moralische Tendenz seiner Stücke sei eine fortgehende Rechtfertigung gegen die Vorurtheile, womit er in seiner Jugend so bitter zu kämpfen hatte. Eine objektivere Behandlung hätte einen herrlichen Roman ergeben. - Von G. Hufeland habe er Knebels "Elegien von Properz" (Ruppert 1428) erhalten und eine Anzeige für die "Allgemeine Literaturzeitung" (1798) verfertigt.
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