Brief
Von Johann Heinrich Kaufmann (1. Mai 1821)
K. übersendet dem erhabenen Lehrer sein Buch "Gedichte, Briefe und Tageblätter" (Ruppert 979). Er habe G. in Wiesbaden gesehen, habe auf dem heil'gen Rochus-Berg (bei Bingen) vor dem von G. gestifteten (und von L. Seidler ausgeführten) Bild des Heiligen gestanden und seitdem seine Werke gelesen und wieder gelesen. - Über K.s persönliche Verhältnisse: Er sei ein Naturmensch ohne alle Kunst-Erziehung, ernähre sich in bürgerlichem Gewerbe, liebe die Menschen und werde geliebt; erwähnt: seine sieben Kinder sowie G.s und Shakespeares Werke. - Beschreibung der ausgelassenen Feier von G.s 70. Geburtstag im Pfälzer Hofe. Es könne sich kein Fürst auf Erden solcher Liebe rühmen wie G.; erwähnt: Großherzog Karl August. - Heute Abend solle ihm seine Tochter Meta den König von Thule spielen und singen, seine Frau Meta ihm den Becher dazu reichen, und er wolle, ehe er trinke, erst an Gott und dann an Goethe denken.
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