Normalzeugnis Zeugnis
*Böttiger, Lit. Zustände 1, 202
Wieland 19. 1. 1797 Er kann, was er will, alles, sein Zauber hat mich in der ersten Zeit seines Hierseyns dahin gebracht, daß ich ganz in ihn verliebt war und ihn wirklich anbetete. Wir fuhren im Jahre 76 im Winter nach Stetten zu der Mutter der Frau v. Bechtolsheim in Eisenach (das Gut hat jetzt der Graf Keller ihr Sohn). Da freute ich mich recht innig, wenn er so auf alle Leute einen recht großen Eindruck machte, und besang ihn in einem Liede an die Frau v. Bechtolsheim, die damals erst an ihren jetzigen Mann versprochen war, das in dem T. Merkur in jener Periode steht ... In diesem Verhältnisse stand ich zu Göthe, dessen große Kunst von jeher darinn bestand, die Convenienzen mit Füssen zu treten, und doch dabei immer klug um sich zu sehn, wie weit ers grade überal wagen dürfe. In Stetten z. B. war er gegen die Alte Frau v. Keller weit respectvoller als hier gegen die alte Herzogin, in deren Gegenwart er sich oft auf dem Boden im Zimmer herum gewälzt und durch Verdrehung der Hände und Füße ihr Lachen erregt hat.
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