Brief
Von Achim von Arnim (6. Januar 1811)
Übersendung seines für ein Puppentheater geschriebenen Dramas "Halle und Jerusalem", das G. wie ein Opfer [...] und nicht wie eine Gabe ansehen möge. Erläuterungen dazu. Der Plan des Puppenspiels ließe sich jedoch aufgrund der verstärkten Zensur in Berlin nicht mehr verwirklichen. Ausführlich zur aktuellen Entwicklung: Die ruhigsten Aufsätze von verschiedenen Verfassern, die H. von Kleist in den "Berliner Abendblättern" veröffentlichen wollte, seien ebenso zurückgewiesen worden wie der gutmüthigste Scherz. - Über einen Berliner Theaterskandal, ausgelöst durch Proteste wegen der Besetzung der Hauptrolle mit der Sängerin E. Herbst (im Singspiel "Die Schweizerfamilie" von J. Weigl). Schon gebe es Gesetze wie die französischen, die in ihrer Unausführbarkeit eben die beste Gelegenheit des Unterschleifs darbiethen, deren Nachtheile leicht erweislich. - A. erhole sich von diesen Aergernissen seiner Vaterlandsliebe oft bei G.s "Farbenlehre". Was G. trübe Mittel nenne, finde sich auch in der geistigen Welt. Über A.s Möglichkeiten, die Versuche nachzuvollziehen. Er habe bei drey Professoren (? L. W. Gilbert, A. N. Scherer und J. W. Ritter) Physik gehört, aber an Newtons Theorie nie geglaubt. Vielmehr habe er die Erscheinungen auf seine Weise gedeutet. Er sei ergriffen von G.s Experimenten und deren Darstellung. Das trübe Mittel sei ihm das Geheimnißvolle. - Über seine Verlobung mit B. Brentano. - Ferner erwähnt: A.s Hauswirt (K. P. H. Pistor) und K. F. Zelter.
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