Brief

Von Johann Friedrich Rochlitz (30. Mai 1807)

Ausführlicher Bericht über die ersten vier Vorstellungen des Weimarer Theaters in Leipzig (seit 24. Mai). Als 1. Aufführung habe man statt Schillers "Maria Stuart" dessen "Don Karlos" gegeben. Zwar sei dieses Stück in Leipzig schon oft gesehen worden, auch mit F. Bethmann als Eboli, dennoch sei der allgemeine Beifall nicht gemindert gewesen. Vor allem hätten K. L. Oels und P. A. Wolff die Erwartungen weit übertroffen. Würdigung der schauspielerischen Leistung von J. J. Graff, W. Deny, K. Jagemann und A. Wolff, die G.s "Prolog. Bei Eröffnung der Darstellungen des weimarischen Hoftheaters in Leipzig" musterhaft gesprochen habe. Vor dem "Prolog" sei statt der üblichen Trompetenfanfare die Einleitung zu V. Righinis "Armida" gespielt worden. - Am Dienstag hätten K. Jagemann und H. Stromeyer weitere Triumphe gefeiert. Hohes Lob für Stromeyer; erwähnt: I. Dirzka. Über die Aufführungen von Kotzebues "Geständnis" und G.s "Mitschuldigen"; lobende Hervorhebung der Aufführung von G.s "Iphigenie". Beurteilung der schauspielerischen Leistungen von H. Becker, den beiden Wolffs, Oels, K. Unzelmann und J. S. F. Petersilie. Ferner erwähnt: Corneille.

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