Brief
Von Friedrich Schiller (24. November 1797)
Seitdem S. im "Wallenstein" seine prosaische Sprache in eine poetisch-rhythmische verwandle, sei ihm erneut deutlich geworden, wie genau in der Poesie Stoff und Form [...] zusammen hängen. [...] Man sollte wirklich alles, was sich über das gemeine erheben muß, in Versen wenigstens anfänglich concipieren. - Ein Theil des poetischen Interesse an einem Werk liege in dem Antagonism zwischen dem Innhalt und der Darstellung: Einem poetisch bedeutenden Inhalt könne eine magre Darstellung ebenso anstehen wie einem unpoetischen, gemeinen Inhalt der belebte, reiche Ausdruck. Über die Funktion des Rhythmus in der Poesie. - Anbei erhalte G. acht Exemplare des "Musenalmanachs" für 1798. S. habe bereits je eines an Herzogin Luise, C. G. Voigt, Herder und Böttiger gesandt. - Zelter lege Wert auf G.s Urteil über seine Kompositionen zu "An Mignon" und "Der Gott und die Bajadere" ("Musenalmanach" für 1798).
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