Brief
Von Ottilie von Goethe (22. bis 25. Juni 1824)
1824 Juni 22 Tagebuchartiger Bericht über O. von Goethes Reise nach Frankfurt, zu der sie am 18. Juni mit so betrübtem Gefühl, wie bisher noch niemahls aufgebrochen sei. Über die Reiselektüre von (Lord Byrons) "Childe Harold's Pilgrimage". Über Gotha sei sie zunächst bis Eisenach gereist, wo sie mit Gräfin E. Goertz und Amelie viel geplaudert, vertraut, geklatscht habe. - Am 19. Juni sei die Reise teils im Wagen, teils zu Fuß mit A. Näder über Eisenach und Vacha zunächst nach Buttlar gegangen, wo O. von Goethe die interessante Bekanntschaft eines ebenfalls nach Ems reisenden Herrn gemacht habe; erwähnt: eine Begegnung mit C. W. A. von Helldorf vor Vacha sowie König Friedrich Wilhelm III. von Preußen. Auf dem Weg habe O. von Goethe mehr Armuth und mehr Häßlichkeit als jemals zuvor zur Schau gestellt gesehen. Am Abend sei man in Fulda angelangt, dessen Schönheit sie sehr erfreulich überrascht habe. Bericht über einige Sehenswürdigkeiten. Um etwas über den Gesundheitszustand von K. von Harstall zu erfahren, habe O. von Goethe an deren Schwiegermutter (H. von Harstall) geschrieben. - Am 20. Juni sei die Reise bis nach Gelnhausen gegangen, wo O. von Goethe das Grab von W. von Massenbach (mit dem von G. Schadow geschaffenen Kreuz) und die Burg des Kaisers Friedrich I. Barbarossa besichtigt habe. - Am 21. Juni sei man in Hanau von (? L. H. C.) von Milkau freundlich begrüßt worden. Über die Begegnung mit Graf M. Goertz, dem O. von Goethe einen Brief von Gräfin Goertz über das Befinden seiner Kinder übergeben habe. Mittags sei man in Frankfurt von F. Schlosser aufs herzlichste empfangen worden, auch C. Schlosser sei anwesend gewesen. Über verschiedene Begegnungen und Bekanntschaften, die O. von Goethe in Frankfurt gemacht habe; dabei erwähnt: die Grafen K. F. und K. Reinhard, S. Schlosser und ihre Mutter M. K. M. Du Fay, A. Jacobi, C. K. Nies, Herr Brevillier und J. K. oder E. H. Lessing. Frankfurt gefalle O. von Goethe, sie sei auch an G.s väterlichen Haus vorüber gefahren. - Obwohl sie von S. Schlosser überaus sorgfältig gepflegt werde, fühle sich O. von Goethe gesundheitlich schlecht. Sie denke häufig an U. von Pogwisch sowie an Walter und Wolfgang. 1824 Juni 25 Abschluss des Briefes.
Bezüge im Wissensnetz
Erwähnt (28)
GZP-Knowledge-Graph28 Einträge — alle anzeigen →
Antworten darauf (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch
Wurde abgesendet von (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde gesendet an (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde abgesendet aus (1)
GZP-Knowledge-GraphWird angeführt von (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Zeitspanne (1)
GZP-Knowledge-GraphKategorie (1)
GZP-Knowledge-Graph- Brief und Korrespondenz