Brief

Von Christian Friedrich Schlosser (13. November 1815)

Ausführlicher Bericht über das Senckenbergische Institut (vgl. G.s "Kunst und Altertum am Rhein und Main"): Zum Zweck der Gründung und den Absichten des Stifters. Nur unter dem Stiftsarzt J. J. Reichard, Verfasser der "Flora Moeno Francofurtana" und mehrerer botanischer Schriften, habe sich wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet, während nach dem Tod J. C. Senckenbergs alle Mittel, entsprechend dem auf das Praktische gerichteten Charakter der Handelsstadt Frankfurt, der Krankenanstalt zugeflossen seien. G. möge in seiner Schrift für das Beleben des Wissenschaftlichen eintreten, denn dies sei auch im Sinne des gemeinen Besten für eine gründlichere ärztliche Bildung förderlich. Weitere Ausführungen zu den materiellen und personellen Verhältnissen des Instituts; erwähnt: der kürzlich verstorbene Stiftsarzt G. P. Lehr und seine Verdienste, die vier Pfleger des Instituts, sämtlich Kaufleute und ohne wissenschaftliche Tätigkeit, K. Fellner, J. de Neufville, K. F. Kellner und J. F. Schmidt, die ärztlichen Mitberater J. K. Varrentrapp, J. G. Neuburg und T. Kestner, der Stiftsarzt C. E. Neeff sowie H. Bäumert und F. K. Isermann. Der bisherige Leiter des anatomischen Instituts, J. B. J. Behrends, habe vor wenigen Wochen seine Entlassung genommen; erwähnt: dessen Vater J. A. Behrends. Ebenso sei der Weggang von S. C. Lucae nach Marburg ein Verlust. - Die Ordnungsarbeiten in der Bibliothek und im Mineralienkabinett machten Fortschritte; mit K. C. von Leonhard werde eine Beratung darüber stattfinden. Weiter über die Petrefakten-, Konchylien- und Vogelsammlung. - Der Gartenbesitzer, nach dem G. frage, heiße L. D. Jassoy. Ebenso schöne Pflanzen hätten der Arzt J. K. Löhrl und der Kunstgärtner J. D. Pfefferkorn. - Über weitere Einrichtungen in Frankfurt: Mit dem Bau des Bibliotheksgebäudes sei man nicht weitergekommen; das Museum wolle sich nicht anschließen, das Städelische Institut kann und wird es nicht. Erwähnung des neuen Bibliothekars Christoph Schlosser sowie T. J. Seebecks. - Der von G. gesuchte Name des Landschaftsmalers sei A. Radl, der ein Schüler J. G. Prestels sei und die schönen Blätter von A. van der Neer bearbeitet habe. Der Lehrer der Zeichenschule heiße J. A. B. Reges, der Gehilfe von J. G. Grambs heiße K. F. Wendelstadt. - Empfehlungen von seiner Familie und von Leonhard, dessen Kabinett S. nun besucht habe.

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