Brief
Von Johann Friedrich Reichardt (20. Januar 1808)
Ausführlicher Bericht über R.s Anstellung als Directeur general des theatres et de son Orchestre durch den König von Westfalen und R.s Pläne, das französische und deutsche Theater zu reformiren und zu dirigiren. Talma wolle dem Theater sogar einige gute Schauspieler aus Paris zuführen. Bitte um G.s teilnehmende Mitwirkung. R. fragt an, ob G. als Theaterleiter der Weimarer Bühne auch schriftliche Regeln und Gesetze gegeben habe, die er ihm gegebenenfalls mitteilen möge ("Regeln für Schauspieler"). - Vom Herzog Karl August habe R. erfahren, daß G. zum 30. Januar (Geburtstag der Herzogin Luise) ein neues Stück gedichtet habe (vgl. aber: Uraufführung von Z. Werners "Wanda"), zu dessen Aufführung er leider nicht kommen könne. R. beschäftige sich mit einer romantischen Oper nach Gozzis "Blauem Ungeheuer". - Empfehlung für L. Grimm, den Bruder von J. und W. Grimm, der ein entschiedenes Talent, für die Zeichen- und Mahlerkunst besitze. L. Grimm wünsche, unter G.s und Meyers Anleitung seine Kunst auszubilden. Auch B. Brentano wisse viel Gutes von ihm.
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