Normalzeugnis Zeugnis

Tagebuch der Physicalischen Gesellschaft in Zürich 26. 6. 1775 (GJb 1, 371)

Praesente: Ihro Gn. Herrn Burgerm. Heidegger. Praeside: M. Hochg. H. Chorherr Gessner. Vermischte Physiognomische Beobachtungen, Fragen und Grundsätze – von Hrn. Pfarrhelfer Lavater. Der feste Theil des Schädels gibt den Bau der Stärke zu erkennen, die Haut der Stirne, ihre Runzeln drücken die Leidenschaften aus. Der feste Theil zeigt mehr von der Anlage, der bewegliche (hiermit eben die Stirnhaut) von dem Zufälligen. L. Ich habe noch nie eine vollkommen gerade scheinende perpendiculäre Stirne in einer sanften weiblich gütigen Physiognomie gesehen. In schreger gerader Stirne desto mehr Lebhaftigkeit in dem Character. Die gemachten Einwendungen und Anmerkungen vermochten Hrn Pfr. Lavater theils auf die Berichtigungen des Ausdrucks zu denken, theils auch jedem Aphorismo eine Zeichnung beizufügen und diese der Gesellschaft zu hinterlassen, in der Absicht, dass seine Beobachtungen untersucht und allfällig, wo gegründete Gegenbeobachtungen gemacht würden, berichtiget werden. Hr. Caspar Füssli, Mahler, beschenkt die Gesellschaft mit seiner Enumeration der Schweizerischen Insecten, in welcher der Plan des grösseren Insecten-Werks vorkommt, welches er nebst den Herren Dr. Sulzer und Schellenberg veranstaltet. Aderant: Zween Hrrn Grafen von Stolberg. Hr. Baron v. Haugwitz. Hr. Doctor juris Göthe von Frankfurt. Hr. Passavant V.D.M. von Frankfurt. Hr. Sulzer von Winterthur, Arzt und Hofrath an dem Hof zu Sachsen-Gotha.

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