Brief

Von Johann Heinrich Meyer (25. bis 27. Mai 1794)

1794 Mai 25 Zu M.s neuen Entdeckungen in der Antikensammlung zähle ein kampanisches Gefäß mit schöner Malerei, ein junger Faun in Marmor, der dem aus der Villa Ludovisi sehr ähnlich sei, und ein restaurierter Herkules mit einer Gesichtsbildung, deren Ausdruck Still & Groß Göttlich sei, im Unterschied zu einem zweiten, seltener auftretenden Herkulestyp, der geprägt sei von einem viel wildern, gewaltthätigen außehen. Bemerkung zum Zustand der Venus Urania. M. arbeite an der Zeichnung eines bisher noch unbekannten anderen Venuskopfes der Dresdner Sammlung. - Neu befasse sich M. unteranderem mit der Darstellung zweier Christusköpfe von G. Reni und mit zwei Bildnissen von A. van Ostade sowie den Pastellgemälden Aufwartemädchen (?"Schokoladenmädchen") von J. E. Liotard und "Cupido, Pfeil schleifend" von A. R. Mengs. 1794 Mai 26 Beschreibung der Kunstsammlung J. F. Wackers, die M. am 25. Mai kennengelernt habe; Hinweis auf einige Scarabäen und einen Cameo. Zum ersten Male habe M. dadurch auch das Werk "Collection of Engravings from Ancient Vases of Greek Workmanship" von Sir W. Hamilton und W.Tischbein (Neapel 1791-1795) gesehen. - Inliegender Brief sei für K. A. Böttiger.

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