Verabredung Zeugnis

Chr. G. Voigt an Goethe 19. 11. 1799 (SchrGG 54, 198)

Serenissimus befahlen mir diesen Morgen, daß ich morgenden Mittwochs aus folgendem Anlaß mit Egloffstein nach Jena reisen und dabei auch Ihren Rat und Kenntnis erbitten soll. In einem weitläufigen Bericht des Herrn von Milkau liegen Spuren, als wenn das Mißvergnügen der Bürgerschaft über die Nachtpatrouillen Verdacht errege, die Bürger möchten die Provokation der Patrouillen durch das Schwärmerwerfen pp. veranlaßt und angestiftet haben u. s. w. Hierüber sollen wir mit p. Milkau und dem anderen Polizeimitglied, Konsistorialrat Gruner, uns besprechen, und Gruner soll ein Protokoll darüber führen ... Da ich ... glaube, daß man Milkau und Gruner mit sich wird speisen lassen müssen, um sie nicht fortzuschicken und wiederkommen zu lassen, so müßte ich, wenn Sie das auch glauben, gehorsamst bitten, hiernach eine kleine Mittagsmahlzeit bestellen zu lassen. Wenn Sie meine Häuslichkeit nicht mißbilligen, so bestehe ich darauf, daß es Ihnen einmal nicht entgegen sei, meinen Gast vorzustellen ... Ich hoffe, bald nach neun Uhr einzutreffen.

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