Normalzeugnis Zeugnis
Italienische Reise. 18. 4. 1787 (WA I 31, 148)
Bei Zeiten ritten wir aus Palermo. Kniep und der Vetturin hatten sich bei’m Ein- und Aufpacken vortrefflich erwiesen. Wir zogen langsam die herrliche Straße hinauf, die uns schon bei’m Besuch auf San Martino bekannt geworden, und bewunderten abermals eine der Pracht-Fontainen am Wege, als wir auf die mäßige Sitte dieses Landes vorbereitet wurden. Unser Reitknecht nämlich hatte ein kleines Weinfäßchen am Riemen umgehängt, wie unsere Marketenderinnen pflegen, und es schien für einige Tage genugsam Wein zu enthalten. Wir verwunderten uns daher, als er auf eine der vielen Springröhren losritt, den Pfropf eröffnete und Wasser einlaufen ließ. Wir fragten, mit wahrhaft deutschem Erstaunen, was er da vorhabe? ob das Fäßchen nicht voll Wein sei? Worauf er mit großer Gelassenheit erwiederte: er habe ein Dritttheil davon leer gelassen, und weil niemand ungemischten Wein trinke, so sei es besser, man mische ihn gleich im Ganzen, da vereinigten sich die Flüssigkeiten besser, und man sei ja nicht sicher überall Wasser zu finden.
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