Normalzeugnis Zeugnis
Elisabeth Goethe an Anna Amalia 8. 10. 1779 (Pfeiffer-Belli S. 458)
Häschelhanß habe ich zu seinem vortheil sehr verändert gefunden Er sieht gesunder aus und ist in allem betracht Männlicher geworden, seyn Moralischer Carackter hat sich aber zu großer Freude seiner alten Bekandten nicht im geringsten verschoben – alle fanden in Ihm den alten Freund wieder – mich hats in der Seele gefreut wie lieb Ihn alles gleich wieder hatte – den Jubel unter den Samstags Mädel, unter meiner Verwandt und Bekandschafft, die Freude meiner alten Mutter u.s.w. wie alle Welt nun auch des Goethe Seinen Herzog sehen wolte, wie meine Wohnstube immer voll Menschen war, die mit Schmertzen warteten biß Ihro Durchlaucht die Treppe herunter kammen – wie der Beste Fürst voll Freundlichkeit in die Stube tratt, Sich von allen beschauen ließ, mit einem und dem andern redete, wie alle Anwesende froh und frölig waren u.s.f. Eine Chronick müßte ich schreiben, und keinen Brief, wenn ich Ihro Durchlaucht das alles berichten wolte, was sich in den 5 glücklichen Tagen bey uns zugetragen hat – es waren eben Feyer und Freuden Tage ...
Johann Caspar Bölling danckt unterthänig vor das gnädigste Andencken – findet Sich übrigens wohl und hat an der Erscheinung seines Freundes Goethe sich weidlich gelabet.
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