Brief

Von Christian Gottlob Voigt (4. Oktober 1806)

V. habe das Bedürfnis, sich G. mitzuteilen. Von einem Abschiedsbillet des Herzogs aus Erfurt, der mit der Avantgarde nach Gotha gehe und nicht glaube, Weimar so bald wieder zu sehen. [...] Gleichwohl ist weder schriftlich noch faktisch der Krieg eröffnet. Heute 11 Uhr geht der preußische König [...] mit dem Generalstab hier durch. W. von Möllendorff ging in dieser Nacht schon durch. Sorge vor der militärischen Überlegenheit der Franzosen. Das sachsen-weimarische Bataillon nebst 30 Husaren solle in dieser Woche marschieren. Sachsen-Gotha habe (am 15. September) das holländische Regiment dem König von Holland überlassen. Am 1. Oct. kam der französische Kaiser nach Würzburg. Charakterisierung der französischen Armee: Junges Volk, bunten Gemisches [...] aber [...] lustigen Muths. - Falls der Vorschuß an J. G. Lenz aus der Kammerkasse gezahlt worden sei, wolle V. einigen Aufschub verschaffen. - Das Memorial der Buchhändler wegen der Büttnerischen Zahlung lege ich auch hiezu, und besorge, was Sie nöthig finden. - Die Auseinandersetzung wegen der Erbschaftssache des Herzogs Friedrich von Braunschweig-Oels sei mit vieler Mühe verglichen. V. habe zusammen mit Müller, F. H. von Einsiedel und G. von Egloffstein einen Anteil von 150 000 Reichstalern erreicht. Von den Bildern wählt der Herzog für 4000 r. aus. Die andern behalte Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels. - Prinz August von Sachsen-Gotha werde heute begraben.

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