Normalzeugnis Zeugnis

F. Sauer an Goethe 25. 2. 1828 (GSA, Eing. Br. 1828, 124)

Ew. Excellenz wage ich es, beifolgend die genaue Nachzeichnung Hochlhres vor 58 Jahren hieselbst Frankfurt genommenen Schattenrisses zu übersenden, die ich der Güte des würdigen Greises, des hiesigen Bürgers und Goldarbeiters Herrn Johannes Wirsing verdanke. Seinem damaligen Lehrherrn Johann Abraham Schoell, dem (auf der Zeile wohnenden) Hausgenossen Heinrich Sebastian Huisgen’s, den Ew. Excellenz zu jener Zeit öfter besuchten, hatten Hochdieselben eines Abends, auf dessen Bitte, dazu zu sitzen die Güte gehabt, worauf der schon damals kunstfertige Wirsing den dem Meister gelungenen Schattenriß für sich selbst zu verkleinern, und das von diesem gebilligte Abbild sorglich aufzubewahren nicht verfehlte. Als er es (mit der Aufschrift J. W. Goethe 1770) in diesen Tagen – zufällig in meiner Gegenwart – aus einer Mappe seiner Jugendzeichnungen hervorgesucht, schienen die Umrisse des Bildes Mehreren, die so glücklich waren, Ew. Excellenz vor kürzerer oder längerer Zeit selbst zu sehen, so ganz das Gepräge der Wahrheit an sich zu tragen.

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