Brief
Von Friedrich Heinrich von Jacobi (28. Dezember 1812)
Grüße zum Jahreswechsel mit Zitat ... in enger stets und enger'm Kreis (Schiller "Wilhelm Tell") über das Gefühl, daß die Lebenskreise enger würden. J. habe dem 2. Teil von "Dichtung und Wahrheit" entnommen, daß G., wie Voltaire und Sophokles, zwischen dem siebzigsten u achtzigsten Jahre seine besten Werke schreibe. Du hast mich fühlen lassen, wie sehr ich noch genießen kann [...]. G.s Biographie habe er von einem Durchreisenden geliehen, da die Münchner Buchhändler sie noch nicht besorgen konnten. - Bericht über J.s Sommerreise und sein Vorhaben, die Präsidentschaft der Akademie der Wissenschaften niederzulegen. Sein wiederholt vorgetragener Wunsch sei ihm schließlich erfüllt worden, und er bereue seinen Schritt nicht; erwähnt: J.s Schwestern Lotte und Lene. - M. Jacobi habe seine ansehnliche Stelle in München gegen eine geringere in Salzburg, wo er Oberarzt, u Vorsteher des Krankenhauses geworden ist, getauscht. Die Trennung von seinem Sohn, von seinem genialischen Weibe (Anna) und den Kindern falle J. schwer. - Über das freundschaftliche Verhältnis zu F. Roth, der jetzt mit Frau und zwei Kindern in J.s Haus wohne; erwähnt: F. Jacobs. Roth sei G. sicherlich durch seine Schriften "De re municipale Romanorum", "De bello Borussico", seine Lobschrift auf J. von Müller sowie den Vergleich zwischen Thukydides und Tacitus ("Über Thucydides und Tacitus", Ruppert 1351), die ich dir habe senden lassen, bekannt. - Obwohl J.s Schrift "Von den göttlichen Dingen" G. 'ziemlich indisponiert' habe, glaube er dennoch nicht, daß beide zunehmend auseinander streben. - G. werde den 1. Band von J.s "Werken" (Ruppert 970) erhalten haben. Er selbst sei mit der Redaktion zum 2. Band beschäftigt. Zur Konzeption des Bandes; dabei erwähnt: das "Alte Testament". - Die zugesagten Autographen könne J. vorerst nicht senden, da er sie wegen seines Augenleidens nicht heraussuchen könne. Bitte um die Zusendung eines neuen Verzeichnisses von G.s Sammlung. - Freude darüber, daß seiner im 3. Teil von "Dichtung und Wahrheit" in allem Guten gedacht werden soll. Aufzählung gemeinsamer Erinnerungen; dabei erwähnt: das Jabachsche Haus in Köln sowie Spinoza.
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- Voltaire
- Sophokles
- Roth, Karl Johann Friedrich von
- Jacobs, Christian Friedrich Wilhelm
- Tacitus, Publius Cornelius
- Thukydides
- Jabach, Eberhard
- Friedrich Schiller
- ? Jacobi, Charlotte
- Baruch de Spinoza
- Jacobi, Karl Wigand Maximilian
- Jacobi, Susanne Helene (Lene)
- Jacobi, Anna Friederike Petrine geb. Claudius
- Jacobi, Karl Wigand Maximilian); dessen Kinder
- Roth, Karl Johann Friedrich; dessen zwei Kinder
- Roth, Katharina von geb. Merkel
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