Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (28. August 1798)
K. verlange es recht sehr nach der Arbeit, die G. mit J. H. Meyer unternommen habe (Herausgabe der "Propyläen"), sowie nach allem, was aus G.s Feder komme. Er selbst sei jetzt nichts als ein eigentlicher Versifex und putze an seinen Lukrezischen Versen (vgl. RA 2, Nr. 1367), wobei er öfter einen Blick auf G.s Werke werfe. G. habe die deutsche Sprache am natürlichsten, ihr eigensten, gebraucht, und sie habe ihm selbst kräftig beygestanden. Die Franzosen hätten die Fesseln des Reimes, die ihrer Poesie immer ein geziertes Daseyn geben werden, nicht von sich schütteln können; die lateinische Sprache sei nicht so treflich und wohlklingend gewesen, wie man es sich jetzt einbilde. In K. P. Moritz' "Prosodie" (Ruppert 707) habe K. trefliche Bemerkungen gefunden. - Über K.s Geselligkeit und über die kürzlichen Darbietungen einer Schauspielergesellschaft in Ilmenau. - Bitte um Vorauszahlung von 40 oder 50 Talern auf das nächste Quartal.
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