Brief
Von Johann Ernst Christian Ludwig Große (24. Oktober 1822)
Erinnerung an Großes Besuch in Weimar, als er in der Verwirrung seines Herzens G. so störend und beschwerlich geworden sei. - Große übersende die ersten Blüten seines jugendlichen Strebens (das Trauerspiel "Graf Gordo", Ruppert 923). Ausgehend von der von G. in "Über Kunst und Altertum" aufgestellten Behauptung , daß ein wahrhaft künstlerisches Talent in drangvollen Verhältnissen gerade erst als haltbares Gold erprobt werden könne, deutet Große auf sein eigenes Geschick und Streben nach einem würdig großen Ziele hin. Mit dem vorliegenden Drama wage er es, mit einem jeden der Neueren seit Schillers Heimgang in die Schranken zu treten. Er verweist auf die Richtung und den Stand der neuern Litteratur und die Männer, die in ihr den Diktatorenstab schwingen, darunter A. Müllner. Bitte an G., in irgend einem Blatte seine Gedanken über "Graf Gordo" niederzulegen, und um ein Schreiben unter der Adresse Hahnsche Hofbuchhandlung Hannover.
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