Brief
Von Johann Kaspar Lavater (4. Januar 1774)
Enttäuschung und Schmerz über G.s Briefe vom Christtage und vor allem vom lezten 1773. : [...] must du mir sagen, gehe behutsam mit deinen Briefen um'. / B. Schultheß heißt mich fortschreiben [...]. In L.s Gemüt herrsche so was wehmüthiges, daß er nicht wisse, was tun. Kritik an G.s Äußerung: ,Wenn du einen Meßias brauchst, so halte dich an dem, der dir von immer quellendem Waßer versprochen hat.'/ O Goethe, was ich bin, muß ich dir seyn - was ich seyn werde, werde, werd' ich dir seyn -. Nimm's dann oder gieb's, wem du willst; ich muß geben, was ich habe. G. möge ihm sagen, was er von den gesandten Bildern oder Schatten halte, was er am liebsten lese, ob er L.s Lehrer bleiben wolle. Bitte um einen genauen Schattenriß von G., Herder und dessen Frau.
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