Brief
Von Johann Isaak von Gerning (2. Februar 1814)
Auf Wunsch A. von Goethes übersende Gerning einen Entwurf, aus dem hervorgehe, wie das alte Ffurt (in der neuen Konstitution) neu erscheinen werde. Bitte um einen Beitrag G.s zu diesem Unternehmen, an dem Gerning stark beteiligt sei; erwähnt: G.s Großvater J. W. Textor, K. vom Stein und F. S. Feyerlein. - Gerning übersende sein Taunus Werk ("Die Heilquellen am Taunus", Ruppert 911) im Oktavformat. Die Quartausgabe, für die soeben die Kupferstiche gedruckt würden, werde er nachreichen. G.s freundliche Kritik sei belehrend und erwünscht. Hoffnung, durch das Gedicht G. im nächsten Jahr nach Schlangenbad oder Bad Ems locken zu können. - Seine Insektensammlung, die der gute Kaiser Franz gesehen habe, wolle Gerning nach Wien verkaufen. - Der baldige Friede zu Paris werde vielleicht den Status suum cuique der geraubten Kunstschätze herstellen. - Z. Werner besinge die Kathol. Religion, nach dem Gemälde der Disputa (von Raffael; ? in "Die Weihe der Unkraft"). - Der 3. Teil von "Dichtung und Wahrheit" werde bereits sehnlichst erwartet.
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