Brief

Von Wilhelm von Humboldt (22. November 1802)

H. habe mit seiner Familie J. H. Meyers Rat befolgt und sei über Perugia gereist. Beschreibung der Reise und einzelner Kunstschätze; in Perugia Freskogemälde im Collegio del Cambio von Perugino und bei Terni Wasserfall des Velino (Fontana Maggiore). - Am 25. November wolle H. in Rom sein. Es beginnt mit ihm eine neue Lebensepoche, u. vielleicht halten mich diese Mauern, bis mich die Pyramide des Cestius empfängt. G. und Schiller müßten H. dort besuchen. Die bisherige Reise habe er benutzt, sich Verbindungen zu schaffen. In Perugia habe er interessante Menschen gefunden und möchte in Rom fortdauernd schnell u. genau von allem Litterarischen u. Artistischen in ganz Italien unterrichtet seyn. - K. L. Fernow bleibe den Winter noch in Rom, G. Zoega gehe nach Kiel. H. bedauert, T. Puccini nicht getroffen zu haben, der mit vielen Kunstschätzen nach Palermo gegangen sei; Erwähnung eines Briefes von J. N. de Azara an G. B. Bodoni über den Verlust der Venus, wonach sie nicht vom König Ludwig von Etrurien, sondern von König Ferdinand IV. von Neapel verschenkt worden sei. Über das Florentiner Kruzifix im Vergleich mit dem des Eskorial; es werde G. da Bologna zugeschrieben. Hinweis auf A. Ponz' "Viage de Espana" (Madrid 1785-1788), die G. von W. von Burgsdorff erhalten könne, und (? C. F.) Vagos Reisebeschreibungen. - Cellinische Münzen habe H., obwohl er sich deshalb an F. von Schellersheim gewandt habe, nicht erhalten können. Ich hoffe jetzt auf Rom. - Grüße an Meyer und Schiller, an welchen H. aus Mailand einen Brief gesandt habe.

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