Normalzeugnis Zeugnis

F. H. Jacobi an Merck 2. 3. 1778 (Wagner2 S. 122)

Es war Schade ... daß wir vor 3 Jahren uns nicht noch einmahl sprachen. Sie wißen doch meine Geschichte darüber? – Ich war den Abend aus Manheim gefahren, die Nacht durch, um den folgenden Tag mit Ihnen zuzubringen. Weil ich keinen eigenen Wagen hatte, und in meiner Nachtruhe nicht gestört seyn wollte; so nahm ich nicht die Post, sondern einen Hauderer. Das gieng in so weit auch recht gut; ich schlief bis an den Morgen. – Sind wir bald zu Darmstadt? fragte ich den Schwager. „Zu Darmstadt? Wir sind gleich zu Oppenheim“! Was Sakrament! rief ich, ich muß nach Frankfurt! – „Ja, nach Frankfurt!“ antwortete mir der Kerl ganz kaltblütig, „über Oppenheim.“ – Mir war ganz unbekannt gewesen, daß noch ein andrer Weg von Manheim auf Frankf. gienge, als über Darmstadt. Ueber das Komische meiner Situation konnte ich, für Aerger, damals nicht lachen; ich fluchte also, und hieß den Kerl und sein Fuhrwerk zu allen Teufeln. Doch war am Ende kein andrer Rath, ich mußte revozieren, und mir nur eine glückliche Reise wünschen. Nach meiner Ankunft zu Frankf. erzählte ich Goethe die Begebenheit und trug ihm auf, sie Ihnen zu hinterbringen; aber Gott weiß, ob er es gethan hat, zumal da dieser Zeitpunkt in die Lilische Epoche fällt.

Bezüge im Wissensnetz

Erwähnt (4)

GZP-Knowledge-Graph

Teil von (2)

Weitere Quellen

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Fand statt in (1)

GZP-Knowledge-Graph

Geschaffen von (1)

GZP-Knowledge-Graph
Cookie-Einstellungen