Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (3. Dezember 1821)

Dank für G.s Porträt (Stich von T. Wright nach G. Dawe; vgl. RA 9, Nr. 921). - Bedauern, von G. getrennt zu sein: Bei den Tausend Stimmen die Dich loben und preisen befindet man sich öfters allein, und hängt wie Christus am Kreuze. - Über J. I. von Gerning und dessen an K. adressierten konfusen Brief: Gerning habe Lust, sich von der Welt zurück zu ziehen und merke jetzt, daß man ihn in der grossen Welt meist immer nur zum Besten gehabt habe. Vom Homburger Hofe (? Landgraf Friedrich VI.) habe er nicht einen Kreuzer erhalten (? für seine Heiratsvermittlung; vgl. RA 8 Nr. 109). Sein einziger Ruhm bestehe nun in der Schriftstellerschaft; er wolle den Beifall über das kleinste Produkt wissen. - K. bietet G. das Büchelchen "Biologie oder Philosophie der lebenden Natur" von G. R. Treviranus an (? Bd. 6/1). In einer anatomischen Begeisterung habe sich K. von J. F. Fuchs den abgeschlagenen Kopf des in Weimar hinzurichtenden Missethäters erbitten wollen, aber der Teufel sei noch mit seinem Kopf entwischt. - K. W. von Knebel freue sich über die "Radierten Blätter nach Handzeichnungen von Goethe" (hrsg. von K. A. Schwerdgeburth, gestochen von K. Holdermann und K. Lieber). Empfehlungen von K., seiner Frau und seinen Söhnen an G. und dessen Familie; besondere Empfehlung von K.s Sohn Bernhard an G.s Enkel Walter.

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