Normalzeugnis Zeugnis

J. I. Gerning, Tagebuch 8. 1. 1795 (FDH)

Wegen meiner lyrischen Verzihrung ? u. Herders Zufriedenheit mit meiner Muse sagte er Goethe: „Nun so seht Ihr doch was Euch die Natur gegeben hat und wißt’s nun auszubilden; ich habe noch Niemand leicht übel gerathen und habe selbst erfahren durch welche Umwege man auf den rechten Weg kommt. Hätte z. E. Hüsgen bessre Kritiker gehabt er würde manches Gute das in ihm liegt besser geben können u: sich oft nicht so sonderbar dabey gebehrden. Lasst Euch nur nicht irre machen und fahret so fort denn beym Reim ist die doppelte Feßel und er steht immer ? hinter ? Euch pp Meine Prosodische Tafel gefiel ihm so, daß er sich gleich abzuschreiben gab, um in Rahme zu fassen; doch ich nahm sie zurück um sie noch näher zu berichtigen ... Er Herder empfahl mir Tibull der mehr Herz u: Natur habe als Properz |:den NB Göthe u. Knebel wieder vorziehen aber Schütz nicht – docti certant:|

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