Brief

Von August von Goethe (10. Mai 1817)

A. von Goethe hätte sich über ein Gespräch mit G. sehr gefreut; nun müsse er einige Probleme schriftlich vortragen: 1. Negative Charakteristik von J. John, der ein Mensch ohne Selbstdenken sei und wenig Arbeitseifer zeige. Nichtsthun wäre ihm das Liebste. Dafür sei der Lohn, den er beziehe, zu hoch. Bitte, John am Ende des Monats entlassen zu dürfen; erwähnt: T. Kräuter, M. Färber und Anspielung auf Al-Hafi (aus Lessings "Nathan"). - 2. Durch Kräuter habe A. von Goethe erfahren, daß J. G. Barth von derselben Krankheit wie F. Schreiber befallen sei und deshalb täglich zu J. C. Stark d. J. gehe. Bitte, diese Sache untersuchen zu lassen, damit sich mir diese tausendköpige Hydra nicht wieder in unser Haus einschleiche. Anspielung auf Doctor Sangrado (aus A. R. Lesages "Histoire de Gil Blas de Santillane", vgl. Ruppert 1604). - 3. Durch den günstigen Erwerb der Schmetterlings- und Insektensammlung F. von Endes sei man in der Lage, jetzt auch in Jena diesen bisher vernachlässigten Zweig der Naturwissenschaft zu präsentieren. Einzelheiten über die Sammlung und deren Ankauf; erwähnt: F. Irrgang. - 4. Zur nun getroffenen Regelung der Besoldung von P. Kaufmann. - 5. Hinweis auf die beiliegende Abschrift aus "Ernst und Scherz oder der alte Freimütige" über G.s Austritt aus der Theaterintendanz von einem der Sache sehr Kundigen. - 6. Ausführliche Mitteilungen über den Zustand von Haus und Garten sowie über die Weinvorräte. - A. von Goethe unterzeichnet als Marechal du Palais.

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