Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (16. März 1813)
Dank für G.s Brief. Was dieser darin von einer geistreichen Uebersezung des Homers ins Italienische sage (über V. Monti "Iliade di Omero"), habe in K. einige sehr freundliche Ideen erweckt. K. erklärt, warum bei den Italienern Uebersezungen wie die Vossischen wenig Eingang fänden, und plädiert für den Gebrauch des Hexameters, zumal bei Uebersezungen der Alten; dafür, daß er auch im Deutschen singbar gemacht werden könne, zeuge G.s "Reineke Fuchs". Erwähnt: K.s Sohn Karl und seine Schwester Henriette sowie die J. J. Bodmersche Homer-Übersetzung. - K. wünsche G. zur Fortsetzung von "Dichtung und Wahrheit" vieles Glück. Sein bei G.s letztem Hierseyn gefaßter Entschluß, einige Erinnerungen aus seinem eigenen Leben aufzuschreiben, sei wieder eingestarrt. - Er lese noch immer in J. von Müllers allgemeiner Geschichte ("24 Bücher allgemeiner Geschichten"). Eine Stelle, die er einigen der (von der Erhebung gegen Napoleon) enthusiasmirten Jünglinge, zu denen auch sein Sohn Karl gehöre, vorgehalten habe, müsse er G. abschreiben; Abschrift mehrerer Stellen aus dem 2. Band. Ein grosser Theil unsrer Jünglinge ist in voriger Nacht zu den Versamlungsörtern abgereist.
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